Schnehuhnjäger können Jagd nicht abbrechen, sagt Jagdverband Skip to content

Schnehuhnjäger können Jagd nicht abbrechen, sagt Jagdverband

Heute beginnt die Schneehuhnjagd in Island. Gestattet wird sie an 22 Tagen des Novembers, jeweils von Freitags bis Dienstags. Mittwochs und Donnerstags darf nicht geschossen werden.
Die Jagdempfehlung der Umweltbehörde basiert auf einer Einschätzung des Naturkundinstituts, nachder der Schneehuhnbestand so klein wie seit 35 Jahren nicht mehr ist. Nur im Jahr 2002 hatten die Bestandszahlen noch niedriger gelegen.

In ihrem Gutachten nennt die Behörde einen jagdbaren Bestand von 280.000 Vögeln. Die Jagdquote liegt in dieser Saison bei 25.000 Vögeln. Fünftausend Jäger sind gemeldet, jeder darf bis zu fünf Schneehühner schiessen. Die Jäger werden aufgefordert, bei der Jagd Mass zu halten. Der Verkauf von Schneehuhnfleisch oder Federn ist streng untersagt. Schneehuhn ist in Island als  Weihnachtsbraten beliebt.

Doch nicht nur der geringe Bestand hat in den vergangenen Tagen die Gemüter erregt, sondern auch die seit Freitagnacht geltenden verschärften Seuchenschutzregeln, nach denen die Leute sich am Heimatort halten sollten, um Unfälle zu vermeiden und eine zusätzliche Belastung des Gesundheitswesens auszuschliessen.
Wie es in einer Meldung des Zivilschutzes heisst, sei die Schneehuhnjagd selbst zwar eine gesunde Outdoorbetätigung, die Fahrt zwischen den Landesteilen geschehe jedoch nicht im Geiste dessen, was die derzeitigen Regeln im Kampf gegen COVID-19 bewirken wollen. Die Lage im Gesundheitswesen sei schwierig und die Belastung durch weitere Inanspruchnahme, nicht nur COVID-19, mache die Dinge nicht besser, zitiert RÚV.

Jagdverband ist verärgert
Der isländische Jagdverband Skotvís hat gestern Abend verärgert auf die Mitteilung reagiert. Die Beschränkung auf die Jagd zu beziehen, aber nicht auf andere Outdoorbetätigungen verzerre das Bild. In einem Beitrag auf Facebook schrieb der Verband, er verlange ein Gespräch mit der Regierung.

Viele Jäger hätten sich bereits auf den Weg gemacht und könnten ihre Fahrt keinesfalls abbrechen. Der Jagdverband dränge auf die Einhaltung der Seuchenschutzregeln. Wenn mehr als zwei Personen in einem Fahrzeug sässen, müssten die Regeln rund um Händedesinfektion und Mundschutz besonders beachtet werden.

“Die Jäger hatten um ein Gespräch mit der Umweltbehörde zur kommenden Jagdsaison gebeten, dies wurde ihnen nicht gewährt. Nun hat der Zivilschutz fünf Stunden vor Jagdbeginn eine Erklärung veröffentlicht, ohne mit den Jägern zu sprechen. In einem Gespräch wäre es beispielsweise möglich gewesen, das erste Jagdwochenende zu verschieben und ein anderes Wochenende im Dezember anzuhängen, und/oder den Südwesten für die Jagd zu öffnen. Einfache Gegenmassnahmen, die jedoch kein Gehör fanden,” heisst es in dem Beitrag.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Einsatzleitung des Zivilschutzes im Ostland alle Jäger gebeten, wegen der Infektionsgefahr nicht zwischen den Landesteilen zu reisen. Es hatte jedoch keine speziell für die Schneehuhnjäger gültige Empfehlung gegeben.
Immer noch gilt die allgemeine Seuchenschutzempfehlung für alle Bewohner der Insel, ihren Heimatort nur in nötigen Fällen zu verlassen.
Der Osten war lange Zeit COVID-19 frei geblieben, seit einigen Tagen gibt es auch dort COVID-19 Patienten in Isolierung, sowie Personen in Quarantäne.

 

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