Reykjavíker Behörden planen Tür-zu-Tür Aktion, um feuergefährdeten Wohnraum zu finden Skip to content
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Photo: A screenshot from RÚV.

Reykjavíker Behörden planen Tür-zu-Tür Aktion, um feuergefährdeten Wohnraum zu finden

In Reykjavík wollen die Behörden von Tür zu Tür gehen, um herauszufinden, wieviele Personen in Industrie-oder Gewerbegebäuden leben. Ziel der Initiative ist es, die Brandsicherheit zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Bewohner in den Unterkünften sicher sind. Sie sollen keinesfalls auf die Strasse gesetzt werden, versichert der Leiter der Hauptstadtfeuerwehr, Jón Viðar Matthiasson RÚV gegenüber.

Einer zu Beginn des Jahres veröffentlichten Studie zufolge leben zwischen 5000 und 7000 Menschen in Island in Gebäuden, die als Industrie- oder Gewerbegebäude klassifiziert sind. Die grösste Gruppe der Bewohner besteht aus Menschen, die ihren Arbeitsplatz aufgrund der Pandemie verloren haben.

Die Studie war in Auftrag gegeben worden, nachdem im Juli 2020 ein Feuer in einem überfüllten Arbeiterquartier in Reykjavík drei Menschenleben kostete und damit das tödlichste Feuer der neueren Landesgeschichte war. Gewerbegebäude sind oft nicht mit ausreichendem Brandschutz ausgestattet, Bewohner in solchen Gebäuden schweben daher eher in Lebensgefahr, wenn ein Brand ausbricht. Hinzu kommt, dass der Bewohner seinen Wohnsitz in solch einem Gebäude nicht anmelden kann, was dazu führt, dass er weder Mietbeihilfe noch Kindergeld beantragen kann.
Auf der Webseite homesafety.is wird erklärt, wie die Tür-zu-Tür-Aktion in den drei Monaten ablaufen soll. Unter anderem wird darauf gedrängt, dass die Bewohner mit den Behörden kooperieren, um die Sicherheit zu verbessern.

Bei der letzten derartigen Untersuchung hatte die Feuerwehr 300 bis 320 Unterkünfte gefunden, wo Menschen in Gewerbegebäuden lebten. Diesmal soll die Zählung detaillierter ausfallen.
“Wir hoffen, dass die Leute uns willkommen heissen, weil wir keinen Überfall veranstalten, um Leute rauszuwerfen, sondern um die Lage prüfen und eine Grundlage schaffen, auf dem zukünftige Gesetze und Bestimmungen aufbauen können,” erklärt Jón Viðar.

Illegales Wohnen hat viele Hintergründe
Anna Guðmunda Ingvarsdóttir, die stellvertretende Leiterin der Wohnbehörde (HMS) sagt, die Zahl der Leute, die in Gewerbegebäuden leben, reflektiere einen Wohnraumbedarf. Wenn das Resultat der Erhebung vorliege, trügen Staat und Gemeinden die Verantwortung, sich des Problems anzunehmen.

“Die Leute suchen Wohnungen, die günstig sind, und das tun sie aus unterschiedlichen Gründen,” sagt Anna. “Es kann eine Wahl sein, oder sie können sich in einer verzweifelten Lage befinden. Das Wohnen in Gewerbegebäuden kann dein Recht auf Mietbeihilfe und Kindergeld reduzieren, es schenkt nicht die gleiche Sicherheit.”

In vielen Fällen wird nicht registrierter und ungeeigneter Wohnraum vom Arbeitgeber für Migrantenarbeiter bereitgestellt. Die Arbeiter sitzen bei Verlust des Arbeitsplatzes schnell auf der Strasse. Im Juni 2021 war ein wegweisendes Urteil gefällt worden, bei dem ein Arbeitgeber zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden war, weil er das Leben seiner ausländischen Arbeiter in Gefahr gebracht hatte. Jón Viðar sagt, das Urteil sollte dabei helfen, Veränderungen herbeizuführen, wenn die Tür-zu-Tür Aktion in diesem Winter beendet ist.

Jón zufolge hatten bisher Bestimmungen das Betreten solcher Gebäude zu Prüfzwecken verhindert. Bürgermeister Dagur B. Eggertsson sagt, die Stadt Reykjavík dränge auf mehr Genehmigungen, um Unterkünfte für die neue Studie untersuchen zu dürfen.

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