Reykjanesausbruch: Alarmstufe gesenkt, Lavafeld immer noch glühendheiss Skip to content
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Photo: Golli.

Reykjanesausbruch: Alarmstufe gesenkt, Lavafeld immer noch glühendheiss

Die Alarmstufe für das Vulkanausbruchsgebiet in den Geldingadalir ist von Bereitschaft in Ungewissheit herabgestuft worden. Das hat der isländische Zivilschutz zusammen mit der Polizeidirektion von Reykjanes beschlossen.
Seit etwa vier Wochen ist die Aktivität des Kraters nicht mehr feststellbar, und auch die seismische Aktivität hat sich zurückgebildet. Auch um den Berg Keilir herum ist es wieder ruhig geworden. Dort war in den vergangenen Tagen Erdbebentätigkeit aufgekommen, die an die Anfänge des Vulkanausbruchs denken liessen. Das gesamte Gebiet wird jedoch weiterhin engmaschig überwacht.

Immer noch gilt es als gefährlich, und natürlich haben Besucher auf der frischen Lava auch weiterhin nichts verloren. Zuletzt hatten Insassen eines Hubschraubers einen Touristen auf dem Kraterrand gefilmt. Experten zufolge hätte der Mann, wenn er von dem schmalen Sims gerutscht oder eingebrochen wäre, einen Fall wie vom Turm der Hallgrímskirche vor sich gehabt.

Aber ist der Vulkanausbruch denn nun wirklich zuende?
“Das ist eine der schwierigsten Fragen, die Geologen sich anhören müssen,” gab die Expertin für Naturkatastrophen beim isländischen Wetterdienst, Kristín Jónsdóttir, dem Fréttablaðið gegenüber an. “Da gibt es soviele Faktoren. Wir müssen die Gefahren in der Region in Betracht ziehen, und auch die beträchtliche Menge an flüssiger Lava in den Lavafeldern rings um den Krater. Die Lava hat dort Seen gebildet, die mit einer dünnen harten Schicht bedeckt sind,” erklärt sie.
Zuletzt sprudelte vor etwa einem Monat frische Lava aus dem Krater, doch die derzeitige Stille bedeutet Kristín zufolge nicht, dass die Eruption zuende ist. “Jetzt gibt es dort nicht viel Aktivität und man fragt sich, ob es vorbei ist. Das ist möglich, aber die Aktivität könnte auch wieder losgehen. Wir haben unzählige Beispiele für Ausbrüche, die solche Pausen einlegen.” Und die Pause könnte durchaus Monate andauern.

Lavafeld wirkt wie Thermosflasche
Auch wenn keine neue Lava zu sehen ist, so gibt es doch Lavafluss unter dem schwarzen Feld. Sowohl der schlafende Krater als auch die frische Lava geben giftige Gase an die Oberfläche ab. Kristín weist einmal mehr darauf hin, dass es gefährlich ist, auf der neuen Lava zu laufen, selbst wenn die Oberfläche ausgekühlt und erhärtet wirkt. Sie verhalte sich wie eine Isolierschicht gegen die flüssige Lava darunter. “Die Oberfläche ist sehr dünn. Das ist wie eine Thermosflasche, die ihren Inhalt heiss hält. Die Lava ist immer noch glühendrot, und nachts kann man ihren Schein sehen.” Ein Spaziergang auf der Lava sei ausgesprochen unklug.

Neue vulkanische Periode würde weitere Ausbrüche bedeuten
Als der Ausbruch in den Geldingadalir am 19. März diesen Jahres begann, nannten viele Geologen ihn den Anfang einer neuen vulkanischen Periode der Halbinsel Reykjanes, die für Jahre andauern könnte. Kristín meint, solche Perioden könnten 200 bis 300 Jahre dauern. Man könnte absolut nicht sagen, was als nächstes passiere. “Solche Perioden dauern viel länger als ein menschliches Leben. Wenn da eine neue vulkanische Periode begonnen hat, dann dürfen wir alle paar Jahre mit Ausbrüchen auf der Halbinsel Reykjanes rechnen.”

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