Reykjanes: Ausbruch deutlich vermindert, erste Aufräumpläne Skip to content
eruption lava volcano
Photo: Art Bicnick.

Reykjanes: Ausbruch deutlich vermindert, erste Aufräumpläne

Der Lavaausbruch, der gestern Mittag an der Kraterreihe Sundhnúksgígaröð fulminant begonnen hatte und aus einer Spalte von zeitweise bis zu vier Kilometern Länge kräftig sprudelte, hat erheblich an Kraft verloren. Zwar ist der vulkanische Tremor seit gestern Abend gleichbleibend, aber die Lavaförderung ist stark zurückgegangen. Auch explosive Episoden wie gestern, als Lava in Kontakt mit Grundwasser am Hagafell kam, sind nicht mehr beobachtet worden.

Entwarnung für Strassen und den Ort
Die meiste Aktivität ist an dem Krater zu verzeichnen, der beim letzten Ausbruch übriggeblieben war, sowie nördlich davon. Lavafluss wird nur noch am Hagafell beobachtet. Der Lavastrom, der gestern noch in Richtung Grindavík unterwegs und die Schutzwälle entlang geflossen war, hat sich verlangsamt, daher ist die nach Osten führende Küstenstrasse Suðurstrandavegur auch weiterhin befahrbar. RÚV berichtet, das Land bei Svartsengi habe sich seit Beginn der Eruption um 15 Zentimeter abgesenkt. Neusten Schätzungen zufolge sind 15 Millionen Kubikmeter der vermutlich vorhandenen 20 Millionen aus der Magmakammer an die Erdoberfläche gestiegen.
Der Vulkanologe Magnús Tumi Guðmundsson hatte in einem Radiointerview am Mittag gesagt, die Lava kühle sich sehr schnell ab, daher fliesse sie gar nicht mehr so weit.
Gestern nachmittag hatte Icelandreview dem Vulkanausbruch einen Besuch abgestattet, hier sehen Sie das Video.

Stromleitung zerstört
Fannar Jónsson, der Bürgermeister von Grindavík, zeigte sich mit der aktuellen Lage zufrieden. Zwar sei der Strom ausgefallen, nachdem die erst kürzlich neu verlegte oberirdische Stromleitung der Lava zum Opfer gefallen war, aber die Kalt- und Heisswasserversorgung des Ortes funktioniere. Schon jetzt prüfe man, wo die Möglichkeit einer neuen Strasse bestehe, und was als erstes repariert werde. Das Elektrizitätswerk HS Orka ist über den Verlust der Stromleitung nicht glücklich, der Schaden wird als sehr hoch beziffert. Aber das Kraftwerk in Svartsengi sei nicht von der Lava bedroht.
Die Gaswolke, die in der Nacht über der Halbinsel und dem Hauptstadtbereich gelegen hatte, war mit westlichen Winden nach Osten getrieben. Der Reyðarfjörður und die nordisländische Stadt Húsavík erwachten mit mit Vulkannebel. Für heute besteht keine Gefahr, alle Messstandorte der Umweltbehörde zeigen grüne Farbe.

Fisch und Schafe
Kaum war heute Vormittag Entwarnung gegeben worden, erhielten die ortsansässigen Fischereibetriebe die Erlaubnis, rund 20 Tonnen frischen Fisch aus ihren Hallen am Hafen zu holen. Einhamar-Chef Stefan Kristjánsson sagte Vísir gegenüber, man sei erwachsen und habe nun so einige Vulkanausbrüche hinter sich, man lasse sich jetzt nichts mehr von den Behörden sagen. Alle befänden sich in einem Lernprozess, auch die Einsatzzentrale, die gelernt habe, den Unternehmen Zugang zum Ort zu gewähren, wenn dies nötig sei und sie dort wirklich was zu erledigen hätten.
Ähnlich abgeklärt beurteilt Stefán auch die Lage seiner Schafe, die er gestern noch innerorts in Sicherheit gebracht hatte. In Grindavík befanden sich zum Zeitpunkt der Evakuierung rund 70 Schafe und Lämmer. Auch ein anderer Schafhalter macht sich nicht soviel Sorgen um seine Tiere wie der isländische Tierschutzverband, der gestern forderte, alle Schafe sofort aus dem Ort zu holen. Theodor hatte die Weidetore geöffnet und seine Schafe freigelassen. Er sagt, er wisse von zahlreichen Fällen, in denen Auen durch die Evakuierungstransporte unter Zeitdruck verlammt hätten. Viele Schafhalter hätten auch gar keine Ausweichmöglichkeit. Schafe aus Grindavík dürfen den Bezirk Suðurnes aus Seuchenschutzgründen nicht verlassen.

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