Rettungsaktion am Langjökull soll Nachspiel haben Skip to content

Rettungsaktion am Langjökull soll Nachspiel haben

Die gestrige Motorschlittenfahrt, die trotz Unwetterwarnungen am Langjökull durchgezogen worden war, wird voraussichtlich mit einer polizeilichen Ermittlung gegen den Veranstalter enden, berichtet mbl.is.

Der Polizeivertreter beim isländischen Zivilschutz und Sprecher der gestern Abend eröffneten Koordinationsstation in Skógarhlíð, Rögnvaldur Ólafsson, sagte mbl.is gegenüber, die Polizei wolle ermitteln, warum das Unternehmen mit den Touristen auf den Gletscher gefahren war, obwohl es eine Unwetterwarnung gegeben habe. Wie die Wetterexpertin Elín Björk Jónasdóttir im Morgenradio auf Rás 2 sagte, habe man die Unwetterwarnung gestern recht früh veröffentlicht. Im Rahmen der ausgerufenen gelben Warnstufe handle es sich um Schneesturm im Hochland und kein Reisewetter, und es sei wohl selbstverständlich, dass man mit Kindern und Jugendlichen nicht auf eine Motorschlittenfahrt gehe, wenn eine solche Warnung ausgesprochen sei.

Gestern waren 39 Teilnehmer einer organisierten Motorschlittenfahrt im Schneesturm in eine Notlage geraten. Insgesamt 300 freiwillige Retter aus dem Süden und Westen des Landes waren mit 57 Fahrzeugen ausgerückt, um die Leute, Touristen aus aller Herren Länder, darunter auch Kinder, das jüngste von ihnen sechs Jahre alt, vom Standort der Schlitten zunächst in die Hütte Skálpanes und von dort aus in eine rasch eröffnete Auffangstation des Roten Kreuzes am Gullfoss zu verbringen. Die Polizei hatte die Lage gestern Abend als “ernst” eingeschätzt, Rögnvaldur hatte es als Wettlauf mit der Zeit bezeichnet.

Gegen ein Uhr letzte Nacht waren die ersten Retter auf Motorschlitten zu den Touristen gelangt, bald darauf kamen die drei Schneemobile, die sich nur langsam fortbewegen, jedoch sicher sind und eine grosse Zahl an Fahrgästen aufnehmen können. Die Touristen hatten sich zunächst in den Schnee eingegraben, um warm zu bleiben, und später dann in zwei Fahrzeugen des Unternehmens gewartet, von denen eins jedoch defekt war. Sie waren nach den langen Stunden im Schneesturm ausgekühlt und erschöpft, aber unverletzt.

Statt erst nach Skálpanes zu fahren, entschied man, die Leute direkt zum Gullfoss zu bringen. Dort war ein Team aus Krankenschwestern und Rettungssanitätern des südisländischen Gesundheitszentrums eingetroffen, um die Leute entgegenzunehmen. Ausserdem hatte man die Krankenwagen der Feuerwehr aus Reykjavík angefordert, da alle in Selfoss stationierten Rettungswagen sich im Einsatz befanden. Die letzten Touristen, sowie 10 Mitarbeiter des Unternehmens aus dem Konvoi kamen um 6 Uhr heute morgen in der Auffangstation an. Die Transporte waren wegen Schneesturms, schlechter Sicht und Tiefschnee auf der Piste nur sehr langsam vorangegangen. Der Notruf vom Gletscher war gestern abend gegen 20 Uhr eingegangen.

Bei dem Unternehmen handelt es sich um das gleiche welches vor zwei Jahren von einem australischen Ehepaar zu Schadensersatz verklagt worden war, nachdem das Ehepaar in ähnlicher Situation, eine Motorschlittenfahrt bei vorhersagtem schlechten Wetter auf ihren Schlitten “vergessen” worden waren und stundenlang im Schneesturm auf Rettung hatten warten müssen.

Einer der Leiter von Mountaineers of Iceland, Ólafur Tryggvason, war gestern Abend zu keinem Kommentar bereit.

Die beiden Hütten Skálpanes und Geldingafell werden von zwei Unternehmen genutzt und sollen zu einem Wintertourismuszentrum am Fuss des Gletschers ausgebaut werden. Die Genehmigungsprozedur für diese Projekte im Volksland (þjóðlendur) und andere Bauvorhaben entlang des Kjölur befindet sich derzeit in vollem Gange.

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