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Resistente Keime: Massnahmenkatalog entwickelt

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe hat Gesundheitsminister Willum Þór Þórsson einen Aktionsplan mit Massnahmen gegen die Ausbreitung von multiresistenten Keimen in Island unterbreitet, berichtet das Bændablaðið. International gelten multiresistente Keime als grösste gesundheitliche Bedrohung der Menschheit. In Island war das Problem lange Zeit weitaus geringer als im Ausland gewesen (siehe Grafik), auch weil in der Landwirtschaft kaum Antibiotika zum Einsatz kommen. Leider verbreiten sich multiresistente Keime auf unterschiedliche Weise, und Landesgrenzen halten sie nicht auf.

Keime im Oberflächenwasser
Einer Untersuchung aus dem Jahr 2019 zufolge wurden 60 Prozent aller Proben von Oberflächenwasser positiv auf resistente Keime getestet, das ist ein höherer Prozentsatz als in Tieren und Tierfutter.

Allerdings ist die Abwasserentsorgung in Island trotz rasanten Bevölkerungswachstums und der grossen Zunahme beim Tourismus immer noch vielerorts mangelhaft, manche Orte haben überhaupt keine Kläranlage und leiten alle Abwässer ungeklärt ins Meer. Im Jahr 2022 hatte es in 83% aller Gemeinden nur eine Grobreinigung des Abwassers gegeben.

Resistente Keime im Geflügel
Auch Fleisch war 2019 auf resistente Keime untersucht worden. Dabei wurden in 2,6% aller Geflügelproben Keime gefunden (davon in 14,8% ausländischem und 1% isländischem Geflügel). Beim Schweinefleisch gab es keine positiven Proben, beim Rindfleisch war eine von 143 Proben positiv, das Fleisch stammte aus Polen.

Mit dem Massnahmenkatalog habe man sich eine Übersicht verschaffen wollen, so die Fachtierärztin bei MAST, Vigdís Tryggvadóttir, die an der Erstellung des Kataloges beteiligt war. Ausserdem wolle man regelmässige Kontrollen schaffen, für die jedoch die zuständige Umweltbehörde erst mal mit mehr Personal und Geldern ausgestattet werden müsse.

Kontrolle und Aufklärung
Vor allem den Antibiotikagebrauch bei Tieren in der Landwirtschaft habe man im Visier, hier müssten die Allgemeinheit, Tierärzte und die Lebensmittelindustrie besser aufgeklärt werden. Regelmäßige Überwachung in der Schweinezucht und bei Lämmern stünden auf dem Plan – viele Schafzüchter behandeln neugeborene Lämmer immer noch prophylaktisch mit einer Antibiotikagabe gegen die tödliche watery-mouth Infektionskrankheit – sowie Massnahmen für den Fall, dass solche Keime nachgewiesen werden, seien geplant.

Man könne nicht auf die Entwicklung neuer Antibiotika vertrauen. Und sollten solche Medikamente auf den Markt kommen, seien sie erst mal sehr teuer und würden nur bei schwerwiegenden Erkrankungen eingesetzt.

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