Quadratischer Sarg des Dichters Páll Ólafsson gefunden Skip to content

Quadratischer Sarg des Dichters Páll Ólafsson gefunden

Dank moderner Technik ist das Grab des Dichters Páll Ólafsson auf dem alten Reykjavíker Friedhof Hólavallakirkjugarður gefunden worden, berichtet RÚV. Fast ein halbes Jahrhundert lang hatte niemand gewusst, wo sich das Grab befindet. Páll Ólafsson (1827-1905) war einer der beliebtesten Dichter und Poeten des 19. Jh., der Volkslieder wie Lóan er komin, Kondu og skoðaðu kistuna mína und Ó blessuð vertu sumarsól, aber auch viele Lieder und Gedichte rund um das Pferd geschrieben hat.

Das Grab wurde gefunden, nachdem man mit einem Bodenradar über einige nicht gekennzeichnete Bereiche des Friedhofs gegangen war. Das einzige, was man über Pálls letzte Ruhestätte wusste, war die ungewöhnliche Form seines Sarges, er war nämlich fast quadratisch.

Im Jahr 1947 hatte der ehemalige Staatspräsident Kristján Eldjárn seinem Tagebuch die Ergebnisse seiner Suche nach dem Grab anvertraut. Demnach war ein gewisser Björn Kalman der Einzige, der damals wusste, wo Páll begraben lag. “Er versprach, die Kirchenleitung wissen zu lassen, wo das Grab zu finden ist und ihn zu kennzeichnen.” schrieb Kristján in sein Tagebuch. “Björn sagt, dass in die Grabstelle einmal hineingegraben worden sei. Es gibt jedoch keinen abschliessenden Grabstein dort. Sowas kann in unserer Zeit passieren. Die Grabstätte von Páll Ólafsson innerhalb von 40 Jahren mitten in Reykjavík vergessen!”
Pálls Gattin Ragnhildur Björnsdóttir war 16 Jahre nach Pálls Tod, im Jahr 1918, in der gleichen Grabstätte beigesetzt worden. Danach muss das Grab in Vergessenheit geraten sein.

In Embryonalstellung beigesetzt
Vor zwei Jahren hatten Enkel und Grossneffen des verstorbenen Dichters die Suche nach dem Grab gestartet und versucht, in den Akten des Friedhofs Hinweise zu finden. Alle Nachfahren sind im Ausland geboren und aufgewachsen und konnten kaum glauben, dass es keine Ortshinweise für das Grab ihres berühmten Vorfahrens gab.
Ágúst, einer von Pálls Neffen, sagt, der Dichter sei in Embryonalstellung beerdigt worden. “Er starb in Embryonalstellung, mit der Hand unter dem Kinn und zusammengekrümmt, und so wollte er sich auch beerdigen lassen. Daher fiel sein Sarg viel kürzer und breiter aus als andere Särge.”

Bodenradar findet viereckige Umrisse
Der Vulkanforscher Ármann Höskuldsson, den einer der Neffen um Unterstützung bat, konnte schliesslich Abhilfe schaffen. Mit einem Bodenradar schritt er unmarkierte Bereiche des alten Friedhofs ab, um Spuren zu finden. Ármann zufolge sei das Vorhaben durchführbar gewesen, weil sich der viereckige Sarg von allen anderen durch seine Form unterschied. Hätte es sich um einen normalen Sarg gehandelt, hätte man ihn nicht gefunden.

Das Bodenradar zeigt nur Umrisse, keine Knochen und keinen Sarg selbst, aber genau diese viereckige Form, die sich von allen anderen Umrissen unterschied, konnte tatsächlich geortet werden.
Friedhofswärter Heimir Januarson bestätigte, dass es sich bei der Grabstätte, wo sich die viereckige Form zeigte, um das Grab von Jón Ólafsson handelte, dem Halbbruder des verschollenen Dichters. “Das ist zu 99,5 Prozent sicher, können wir sagen. Wir haben keine Spuren von anderen, die in solchen Särgen beerdigt worden sind.”

Ein Freundeskreis um Páll Ólafsson sammelt nun für einen Grabstein an der letzten Ruhestätte von Páll und Ragnhildur, damit Isländer den Ort besuchen können und dem Volksdichter, der der den Frühlingsvogel besang, die letzte Ehre zu erweisen.

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