Polizei nimmt Ermittlungen im Fall des COVID-Trawlers auf Skip to content

Polizei nimmt Ermittlungen im Fall des COVID-Trawlers auf

Die Polizei in den Westfjorden hat im Fall der 22 an COVID-19 erkrankten Seeleute an Bord des Trawlers Júlíus Geirmundsson die Ermittlungen aufgenommen. Polizeileiter Karl Ingi Vilbergsson sagte RÚV gegenüber, die Angelegenheit werde als Straftat behandelt. Die Arbeiten befänden sich noch in den Anfängen.
Der erste Schritt bestehe darin, mit allen Seeleuten zu sprechen. Bislang gebe es keinen Beschuldigten, und man könne nicht sagen, wie lange die Untersuchung andauern würden.

Von den 25 Seeleuten an Bord des Gefriertrawlers Júlíus Geirmundsson waren auf See 22 an COVID-19 erkrankt, dennoch war das Schiff erst nach drei Wochen in den Hafen von Ísafjörður eingelaufen, in erster Linie, um Kraftstoff aufzunehmen, doch dann wurden die Seeleute auch zum Test geschickt. Das Schiff verliess den Hafen, bevor die Testergebnisse vorlagen.
Der erste Seemann waren zwei Tage nach Beginn der dreiwöchigen Fangtour erkrankt. Er wurde für drei Tage isoliert, danach erkrankte ein Seemann nach dem anderen, und jeder Erkrankte wurde in eine dreitägige Isolierung an Bord geschickt.

Junger Matrose bricht das Schweigen
Der Matrose Arnar Hilmarsson hatte am Samstagabend als Erster das Schweigen gebrochen und in den Abendnachrichten in einem detaillierten Bericht ausgesagt, dass die Männer auch nach Bekanntmachung der Ansteckung hätten weiter arbeiten müssen und dass es schwerwiegend gewesen sei, kranke Männer zur Arbeit zu zwingen. Nach Angaben der Seemannsgewerkschaft der Westfjorde stimmten die Beschreibungen des jungen Matrosen mit Aussagen anderer betroffener Seeleute überein, dass Männer krank zum Dienst geschickt worden seien und dass es eine Kontaktsperre zum Krankheitsthema gegeben habe. Der Chefmaschinist hatte Arnars Aussage öffentlich in Zweifel gezogen und als “bullshit” bezeichnet, schreibt kjarninn.

Ein Sprecher der Küstenwache hatte angegeben, bei der Küstenwache sei keine Meldung über die erkrankten 22 Seeleute eingegangen. Den Pandemieregeln zufolge muss ein Kapitän solche Krankheitsfälle unverzüglich melden und sich dann an die Anweisungen der Küstenwache halten.

Der Geschäftsführer des Gefrierhauses Gunnvör, Einar Valur Kristjánsson hatte zunächst angegeben, nicht gewusst zu haben, was COVID-19 sei. Gestern Abend veröffentlichte er eine Erklärung, in der es hiess, es wäre korrekt gewesen, den Verdacht um die COVID-19 Erkrankung an Bord des Trawlers Júlíus Geirmundssin ÍS 270 an die Küstenwache zu melden und die Behörden beurteilen zu lassen, ob das Schiff hätte in den Hafen gebracht werden müssen.

“Leider ging das daneben und die Verantwortung für den Fehler wird das Unternehmen selbstverständlich auf sich nehmen. Das Unternehmen bitte die Aktionäre eindringlich um Entschudligung für diesen Fehler,” heisst es in der Erklärung des Geschäftsführers.

 

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