Polizei darf Rakete aufschneiden um Guðriður-Statue zu suchen Skip to content
Photo: Screenshot Stöð2.

Polizei darf Rakete aufschneiden um Guðriður-Statue zu suchen

Das Landgericht hat dem Ersuchen der Polizeidirektion in Westisland in zweiter Instanz stattgegeben, die Statue der Guðriður Þorbjarnadóttir aus der Rakete herauszuholen, in die sie von zwei Künstlerinnen gesteckt worden war. Zuvor hatte das Bezirksgericht Westisland das polizeiliche Ersuchen abgelehnt, ein Loch in die Rakete zu schneiden und Guðriður zu befreien. Das Landgericht erlaubt der Polizei genau genommen die Suche nach Diebesgut – der Statue, die sich in der Rakete befindet.
Der stellvertretende Polizeichef der Direktion Westisland, Ásmundur Kristinn Ásmundsson, gab an, die Polizei habe sich berechtigt gesehen, beim Bezirksgericht die Erlaubnis zur Entfernung der Guðriður aus der Skulptur einzuholen, denn dazu müsse die Skulptur beschädigt werden.

Bezirksgericht sah keine dringlichen Ermittlungsinteressen
Der RÚV vorliegenden Entscheidung des Bezirksgericht ist zu entnehmen, dass die Polizei gegen die beiden Künstlerinnen Bryndís Björnsdóttir und Steinunn Gunnlaugsdóttir polizeilich ermittelt. Das Bezirksgericht sah es jedoch nicht als notwendig an, die Statue aus der Rakete zu entfernen, um herauszufinden, wer sie gestohlen habe. Auch gebe es keine dringlichen Ermittlungsinteressen, die eine Zerstörung des Kunstwerkes der beiden Frauen – die Rakete – rechtfertige.

Polizei darf Rakete beschädigen um Diebesgut zu suchen
Damit gab sich die Polizei nicht zufrieden und ging in die nächste Instanz vor das Landgericht. Das gab dem Ersuchen der Ermittler statt, ein Loch in die Rakete zu schneiden, um die Statue herauszuholen. Dabei stützt das Landgericht seine Schlussfolgerung darauf, dass es gesetzlich zulässig ist, in Behältnissen oder Aufbewahrungsorten, die sich im Eigentum eines Angeklagten befinden, nach Diebesgut zu suchen.
Unter den vorliegenden Umständen gehe man davon aus, dass der Gegenstand, in dem sich die Statue befindet und von dem die Angeklagten behaupten, es handle sich um eine Weltraumrakete, als Aufbewahrungsort im juristischen Sinn bezeichnet werden kann. Das Landgericht gestattet daher der Polizei, die Statue der Guðriður in der Weltraumrakete zu suchen.
Ásmundur erklärt, man sei bereit, das Diebesgut mit einem Schneidbrenner aus der Rakete herauszuholen. Nach Entfernen der Statue werde der Boden der Rakete wieder zugeschweisst.

“Erste weisse Mutter” mit neuem Reiseziel
Die Statue war am 1. März unrechtmässig von ihrem Sockel in Laugarbrekka auf der Insel Snæfellsnes entfernt worden. Die beiden Künstlerinnen Bryndís Björnsdóttir und Steinunn Gunnlaugsdóttir hatten die von ihnen als rassistisch bezeichnete Statue in eine selbstgefertigte Rakete gesetzt und das neue Kunstwerk vor der Sammlung für Modernen Kunst in Reykjavík aufgestellt. Die neue Skulptur wurde von ihnen “Erste weisse Mutter im Weltall” genannt, ursprünglich trägt die Skulptur des Bildhauers Ásmundur Sveinsson den Titel “Erste weisse Mutter in Amerika”.
Der Bürgermeister von Snæfellsbær hatte Anzeige wegen Diebstahls und Vandalismus erstattet. Ólafur Örn Svavarsson, der Anwalt der beiden Künstlerinnen, gab an, man wolle die Entscheidung des Landgerichts nicht anfechten.

 

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