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Personalmangel im Tourismus könnte Wachstum hemmen

Einer neuen Prognose der Isavia zufolge werden in diesem Jahr 5,7 Millionen Passagiere durch den internationalen Flughafen in Keflavík geschleust. Der Vorsitzende der isländischen Tourismusbehörde sieht einen Bedarf von bis zu 9000 zusätzlichen ausländischen Arbeitskräften, um die Betreuung der Touristen zu gewährleisten.

Kellner und Köche fehlen
Am Mittwoch hatte die Isavia ihre Passagierprognose für das Jahr 2022 veröffentlicht. Diese erste Prognose seit der COVID-Pandemie sieht eine Gesamtzahl von 5,7 Millionen Reisenden in Keflavík, ob als Tourist, heimkommender Einheimischer oder per Zwischenlandung.
Nach Veröffentlichung der neuen Zahlen interviewte RÚV den Direktor vom Dachverbandes des isländischen Gastgewerbes (FHG), Kristófer Óliversson. Der gab an, Personalmangel in dem Sektor laufe darauf hinaus, dass Hotels und Gästehäuser die Nachfrage in einigen Regionen des Landes nicht befriedigen könnten. “Es gibt immer Regionen, die schwierig sind und immer schwierig waren, aber wir haben da Jahr für Jahr eine Verbesserung gesehen. Eine Fortsetzung dieser Entwicklung bedeutet eine grössere Wahrscheinlichkeit von verfügbaren Zimmern.”

Kristófer zufolge ist ein Personalmangel bei Kellnern und Köchen durchaus normal bei den Restaurantionsbetrieben, zumal viele Arbeitskräfte ihren Job während der Pandemie aufgegeben hätten. Auch wenn einige zurückgekehrt seien, so rechne man mit 70 bis 80 Prozent Neueinstellungen. Kristófer hat auch beobachtet dass die Tourismusindustrie Zeit benötige, um sich nach der Pandemie zu erholen. Trotz der Prognosen sei der Sektor am härtesten von der Pandemie getroffen worden.

Bis zu 9000 Arbeitskräfte fehlen
Jóhannes Þór Skúlason sieht RÚV zufolge grundsätzlich sonnige Zeiten auf die isländische Tourimusindustrie zukommen. Dennoch könnte es vorkommen, dass wegen Personalmangel so mancher Service nicht für jeden verfügbar sei.
“Insgesamt würde ich sagen, dass eine grosse Zahl derer, die vor der Pandemie im Tourismus gearbeitet haben, das Land verlassen haben: etwa 9000 Leute waren Ende 2021 nicht mehr da, wenn man die Beschäftigtenzahl mit 2019 vergleicht. Die Hälfte von ihnen waren Isländer, die andere Hälfte ausländischer Herkunft.” sagt Jóhannes Þór.

Neben dem Personalmangel in der Gastronomiebranche fehlt es auch an Reiseleitern. Zahlen des Statistischen Amtes zufolge hatten vor der Pandemie 33.000 Reiseleiter in der isländischen Tourismusindustrie gearbeitet. Diese Zahl sackte mit dem Beginn von COVID-19 zusammen, und die Arbeitslosenquote bei den gut ausgebildeten Reiseleitern schoss in die Höhe. Jóhannes Þór gab an, die meisten dieser Fachkräfte seien nicht in ihre Jobs zurückgekehrt, vor allem isländische Reiseleiter. Das bedeute, dass nun vor allem ausländische Reiseleiter angestellt werden müssten, mit den dazugehörigen Trainings- und Ausbildungskosten.
“Wenn wir uns das grosse Bild anschauen, würde ich sagen, um den Bedarf in diesem und im nächsten Jahr zu befriedigen, fehlen uns 7-9000 ausländische Arbeitskräfte. Und das sind 2000 mehr als vor der Pandemie.”

Mietwagenmangel ist möglich
RÚV berichtete auch dass es in diesem Jahr während der Hochsaison zu einem Mangel an Mietwagen kommen könnte. Daten der Verkehrsbehörde zufolge gibt es weit weniger Mietwagen im Land als noch vor der Pandemie. Da die Autoimporteure nicht genügend Fahrzeuge eingeführt hatten, sind einige Mietwagenunternehmen dazu übergegangen, selbst Autos zu importieren, um die Nachfrage der Kunden befriedigen zu können.
Es sieht also ganz danach aus, dass Island die grosse Zahl an Touristen, die auf die Insel reisen möchte, in diesem Jahr gar nicht in der gewohnten Form bewältigen können wird, schreibt RÚV.

 

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