Obduktionsstudie: Vergiftung ist häufigste Todesursache Skip to content
reykjavík murder

Obduktionsstudie: Vergiftung ist häufigste Todesursache

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Obduktionen in Island stetig gestiegen, oder von 141 Obduktionen im Jahr 2011 auf 265 in diesem Jahr. Dabei wurde als häufigste Todesursache (20%) eine Vergiftung durch Medikamente oder Alkohol festgestellt.
Auch wenn Schwerverbrechen mit Todesfolge in Island eher selten vorkommen, werden dennoch fast 300 Obduktionen pro Jahr durchgeführt. Die angehende Gerichtsmedizinerin Sara Jóhannsdóttir ist in ihrer Abschlussarbeit der Sache auf den Grund gegangen.

Untersuchte 1878 Obduktionen
Sara studiert Forensic Science in Schweden und hatte zwei Sommer lang als Praktikantin bei der Spurensicherung der isländischen Kriminalpolizei gearbeitet, um einen Einblick zu erhalten, wie Todesfälle in Island untersucht werden. Dazu schaute sie sich die Obduktionsergebnisse der letzten zehn Jahre an. Ihre Untersuchung ist die erste ihrer Art in Island, wo die Obduktionsrate nach Finnland am höchsten in den nordischen Ländern liegt. Im Jahr 2020 lag die Rate in Island bei 11,5%, in Dänemark nur bei knapp 3%.
Dem Gesetz nach entscheidet die Polizei, ob eine Leiche obduziert wird. Eine gerichtsmedizinische Obduktion kommt ins Spiel, wenn bei der Leichenbeschau keine Todesursache festgestellt werden kann. In Dänemark geht man nicht so streng vor, dort wird nur bei konkretem Straftatverdacht obduziert.
In Island obduziert man auch sämtliche Selbstmordopfer, in Dänemark führen die Behörden dies nur bei 20% aller Fälle durch.
Saras Untersuchung zufolge gelten nur 2,8% aller Leichenfunde nach der polizeilichen Spurensicherung als verdächtig, es handle sich daher um ein allgemeines Missverständnis, dass gerichtsmedizinische Obduktionen ausschliesslich bei Straftatverdacht durchgeführt würden.

Vergiftungen häufigste Todesursache
In 40% aller Fälle schien eine natürliche Todesursache vorzuliegen, die Obduktion wies jedoch in 8,8% der Fälle auf das Gegenteil hin, hier fanden sich zumeist Vergiftungen durch Medikamente, Äthanol oder Opioide etc als Todesursache. Insgesamt lag der Anteil der Todesursachen durch Vergiftungen im untersuchten Zeitraum bei 20%.

Auch bei den Geschlechtern sind grosse Unterschiede festzustellen. 72% der obduzierten Personen sind männlichen Geschlechtes, nur 28% sind Frauen. Die Ergebnisse sind Sara zufolge mit ausländischen vergleichbar und dadurch zu erklären, dass Männer eher durch Unfälle oder Selbstmord, sowie durch Herzinfarkte zu Tode kommen. Die am häufigsten festgestellte natürliche Todesursache war in der Tat die Herzerkrankung (30%)
Für ihre Studie hat Sara 1878 Obduktionen aus den Jahren 211 bis 2022 untersucht.

 

Subscribe to our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

Share article

Facebook
Twitter

Recommended Posts