Notfallstufe in der Uniklinik, Partywochenende in Sicht Skip to content
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Photo: Landspítali/Facebook.

Notfallstufe in der Uniklinik, Partywochenende in Sicht

Das Universitätsklinikum Landspítali ist seit heute 14 Uhr wieder auf Notfallstufe. Die Entscheidung war vom Seuchenfachrat getroffen worden, weil soviele an COVID-19 erkrankte Patienten eingeliefert werden, es zu wenig Belegbetten gibt, in der COVID-Ambulanz grosser Andrang herrscht, weil sich viele Pflegekräfte erkrankungsbedingt in Isolation befindet, und der Druck auf die Notaufnahme sehr hoch ist. Dort ist man in grosser Sorge wegen des bevorstehenden Wochenendes ohne jede Seuchenschutzvorschriften, aber mit erwartungsgemäss grossem Feierwillen der Bevölkerung, dazu kommen Schnee und Glatteis auf den Strassen des Landes.

Die Entscheidung, das Krankenhaus auf Notfallstufe zu heben, sei ein eher symbolischer Akt, so die Leiterin des Seuchenfachrates, Hildur Helgadóttir, denn in Bezug auf die Aufhebung der allgemeinen Seuchenschutzbeschränkungen durch die Politik sei mit der Klinik nicht einmal Rücksprache gehalten worden, und man habe kaum Zeit gefunden, sich vorzubereiten. In der Notfallstufe bedürfe die Klinik Unterstützung von aussen, doch, so Hildur, ahne man, dass die nicht kommen werde, woher auch.

Steigende Zahlen, krankes Pflegepersonal
In stationärer Behandlung befinden sich heute 51 Patienten mit COVID-Infektion. Alleine gestern mussten 14 Patienten wegen COVID-19 stationär aufgenommen werden, im Gegenzug konnten nur fünf entlassen werden.
Gestern fielen 80 Pflegekräfte wegen COVID-19 Infektion aus, damit befinden sich zur Zeit 369 Schwestern und Pfleger in Isolierung. Viele von ihnen sind ernsthaft erkrankt und keinesfalls nach fünf Tagen wieder einsatzfähig.
Auch in vielen Pflegeheimen auf dem Land herrscht der Ausnahmezustand, weil Pflegekräfte und Heimbewohner an COVID erkrankt sind.
Gestern gab es eine nie dagewesene Zahl an Neuinfektionen, 4333 positive Tests, sowohl PCR als auch Schnelltests, dazu eine Vielzahl noch nicht ausgewerteter Tests der vergangenen Tage.

Chefepidemiologe bittet um Vorsicht
“Das ist eine sehr grosse Anzahl an Infizierten in der Gesellschaft, das ist völlig klar,” kommentierte Chefepidemiologe Þórolfur Guðnason die Zahlen. Die Dunkelziffer der Ungetesteten sei noch viel höher. Er sehe zur Zeit kein Ende der Pandemie. Gemessen an den Antikörperbestimmungen könnte gar die zweifache Menge bereits infiziert sein, also Leute, die keinen Test gemacht und eine Infektion symptomlos durchgemacht haben. Es sei sehr schwierig, vorherzusagen, wie sich die Lage in den kommenden Tagen entwickle. Irgendwann werde sich die Infektionszahl einem Höhepunkt nähern, und dann könne man von Herdenimmunität sprechen. Für eine solche Herdenimmunität muss 80 Prozent der Bevölkerung durchseucht sein. Vorsichtigen Erwartungen zufolge könnte dies Mitte oder Ende März erreicht sein.

Þórólfur fordert die Bevölkerung auf, auch weiterhin auf der Hut zu sein und die persönlichen Hygienemassnahmen einzuhalten.
“Da sind viele, die doch ernsthaft erkranken, und immer noch müssen Leute wegen COVID eingewiesen werden, hier im Landspítali und auch im Krankenhaus in Akureyri. Das darf man nicht vergessen. Das ist kein Schnupfen, den die Leute bekommen, und nicht alle steigen nach ein paar Tagen wieder fit aus dem Bett. Das ist leider nicht der Fall, obwohl die meisten rasch genesen.” erklärte Þórólfur.
In den kommenden Tagen sollen auf den Webseiten des Landlæknir und COVID.is Anweisungen veröffentlicht werden, wie man sich im Fall einer Infektion zu verhalten habe.
Seit heute sind sämtliche Beschränkungen im Inland und an den Grenzen ausser Kraft.

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