Nikotinvergiftung bei Kindern immer öfter durch Nikotinkissen Skip to content
Photo: Mmmaaarrrttt, CC 4.0.

Nikotinvergiftung bei Kindern immer öfter durch Nikotinkissen

Mehrmals pro Woche kommt es vor, dass Kinder mit Nikotinvergiftung in der Notaufnahme eingeliefert werden, berichtet RÚV. Die Kinder vergiften sich, weil sie die in Island als Mundtabak gebräuchlichen Nikotinkissen verschlucken. Ragnar Grímur Bjarnason, der Leiter des Reykjavíker Kinderkrankenhauses, sagt, die meisten dieser Vergiftungen passieren zuhause, und viele Eltern seien sich überhaupt nicht bewusst, dass Nikotin eine starke toxische Chemikalie ist, die bei Kindern weitaus schwerere gesundheitliche Schäden verursacht als bei Erwachsenen.

Ein Drittel aller Isländer nutzt Nikotinkissen
Das feuchte Tabakpulver Snus darf in Island nicht verwendet werden, aber die Nikotinkissen sind dem Snus sehr ähnlich. Dabei handelt es sich um vorgefertigte oder selbstgemachte, mit losem Tabak gefüllte Beutelchen, die man sich zwischen Kiefer und Lippe schiebt, wo das Nikotin über einen längeren Zeitraum an die Schleimhaut abgegeben wird.
Während das Rauchen in Island immer weiter zurückgeht, erfreuen sich die Nikotinkissen steigender Beliebtheit, vor allem bei jungen Menschen. Im Jahr 2021 benutzte fast ein Drittel aller Isländer zwischen 18 und 34 Jahren die Nikotinkissen täglich oder fast täglich.

Tabak war schon immer eine Gefahr für Kinder
Nikotinvergiftungen bei Kindern ist Ragnar Grímur zufolge auch kein neues Phänomen. “Natürlich, als jeder gevapt hat, gab es überall Öle, die rochen gut und hatten hübsche Farben. Es gibt sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen, und sie schmeckten viel besser als Zigarettenstummel im Aschenbecher, letztere waren der Hauptgrund für Vergiftungen noch vor ein paar Jahrzehnten.”
Nikotinvergiftung ist für Kinder sehr schwerwiegend, sie kann das Kind in Lebendgefahr bringen und einen Aufenthalt auf der Intensivstation notwendig machen.
“Fast alle, die Nikotin ausprobiert haben, kennen die üblichen Reaktionen,” erklärt Ragnar Grímur. “Übelkeit und Erbrechen, Schwindel und Unwohlsein. Bei Kindern kann es zusätzlich auch ernste Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben.”

 

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