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Reykjavík
Photo: Reykjavík.

Neues Gesetz erlaubt Fahrverbote bei Feinstaubbelastung

Islands Gemeinden können in Zukunft den Autoverkehr einschränken oder ganz verbieten, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren. Dies soll ein im Januar in Kraft tretendes Gesetz ermöglichen, berichtet RÚV. Die Verschmutzung durch Feinstaub trifft städtische Regionen besonders an windstillen kalten Wintertagen.

In diesem Jahr hat die Feinstaubbelastung in Reykjavík bereits 14 Mal die kritische Marke überstiegen, dreimal waren die Werte für Stickstoff (ein Gas aus dem Auspuff) über dem gesundheitsunbedenklichen Limit gemessen worden. Nun also sollen Gemeinden in die Lage versetzt werden, Fahreinschränkungen und Fahrverbote auszusprechen, wenn die Verschmutzungswerte hoch sind oder wenn die Gefahr besteht, dass eine Belastung die kritische Marke übersteigt.

Dazu wurde ein ganzer Massnahmenkatalog erstellt. Unter anderem soll es möglich sein, in bestimmten Strassenzügen Tempolimits zu verhängen oder Durchfahrtverbote für grössere Fahrzeuge auszusprechen. In bestimmten Gebieten können auch private Fahrzeuge verboten werden. Solch ein Verbot würde dann nicht alle Fahrzeuge treffen, sondern nach Nummernschildern gehen, wie etwa alle ungeraden oder geraden Ziffern.

Die Vorsitzende des Reykjavíker Ausschusses für Umwelt und Gesundheit, Líf Magneudóttir äusserste sich erfreut über das Gesetz.

Das ist eine sehr willkommende Genehmigung, denn Gemeinden haben schon seit langem mehr Massnahmen gefordert als nur Leuten mit Atemwegserkrankungen oder Kindern das Rausgehen einzuschränken,” sagte sie in einem Interview. “Jetzt können wir endlich aktiv etwas tun, wenn das Gesetz in Kraft tritt.”

Líf sagt, sie habe eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Durchführung des Gesetzes vorbereitet. “Das ist ein riesiges Projekt, wie ich das sehe. Das ist eine Angelegenheit der öffentlichen Gesundheit, das ist eine Gesundheitsangelegenheit und natürlich auch eine Umweltangelegenheit.”

Die Behörden in Akureyri sind weniger begeistert davon, Fahrverbote auszusprechen. Quellen von RÚV zufolge hatte selbst die kleine Stadt mit ihren 19.000 Einwohnern bereits erhöhte Feinstaubbelastungen durch den Autoverkehr erlebt.

Auch wenn ein kürzlich durchgeführter Versuch, Salzwasser auf den Strassen zu versprühen, erfolgreich verlief, so klagten die Einwohner danach über verschmutzte Autos.

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