Naturschützer protestieren gegen das Abbaggern von Bergen Skip to content

Naturschützer protestieren gegen das Abbaggern von Bergen

Sommerhausbesitzer in Grímsnes sind dieser Tage verärgert, nachdem das Kiesunternehmen Suðurtak ehf beim Planungsbüro um Erlaubnis zur Schlackegewinnung ersucht hat. Zur Zeit wird in der Sache ein Umweltgutachten erstellt.
Die Seyðishólar sind zwei ca. 6000 Jahre alte Vulkankegel aus eisenhaltiger Schlacke und gehören wie auch der Krater Kerið zur vulkanischen  Grímsneskette mit eigener Magmakammer. In der seit langem in Betrieb befindlichen Grube will man, wenn alles nach Plan läuft, in den kommenden 15 Jahren eine halbe Million Kubikmeter Schlacke abbaggern. Ein Teil des Materials soll in der Region Verwendung finden, der Rest von Þorlákshöfn aus in den Export gehen. Zum Vergleich sind in den vergangenen 70 Jahren 450.000 Kubikmeter Schlacke entnommen worden. Anwohner und Sommerhäusler sorgen sich nun, dass der charakteristische rote Berg am Ende ganz verschwunden sein wird. “Wir wollen nicht, dass das ganze Land weggeschaufelt wird und der Berg verschwindet,” sagte die Sprecherin des Sommerhausvereins Kerhaun.
Hinzu kommen Lärmbelästigung und Umweltverschmutzung durch ständigen Lastwagenverkehr, direkt neben dem Nationalpark. Die Sommerhäusler haben sich zusammengeschlossen und wollen bei der Planungsbehörde Protest einlegen.

Lítli-Sandfell soll ganz abgebaggert werden
Auch anderorts in Island wird gebaggert. Nicht nur liegt für den Mýrdalssandur ein Antrag auf die Entnahme von 146 Millionen Kubikmetern Vulkansand durch die deutsche STEAG Power Minerals vor, wobei dieser Sand über Jahrzehnte quer durch den gesamten Süden Islands per LKW nach Þorlákshöfn aufs Schiff transportiert werden muss. Auch auf dem Þrengsli drängt das Unternehmen Eden Mining darauf, den Berg Litli-Sandfell vollständig abzubaggern und die 15 Millionen Kubikmeter Material innerhalb von 30 Jahren für die Zementproduktion zu exportieren, berichtet Kjarninn. Der Berg liegt ganz in der Nähe der Höhle Raufarhólshellir und befindet sich wie auch das Land rund um die Höhle im Besitz der Kirche der Siebten-Tags-Adventisten. Eden Mining betreibt bereits die Gruben an Lambafell und Hraunsandur.

Im Fall Lítli-Sandfell hatte sich unter anderem das isländische Naturkundeinstitut schriftlich zu Wort gemeldet:
„Neben den erheblichen irreversiblen Auswirkungen, die das Projekt auf geologische Denkmäler mit hohem Schutzwert und auf die Landschaft haben wird, stellen sich grundlegende Fragen zur symbolischen und moralischen Bedeutung der Tatsache, dass da ein markanter Berg vollständig aus der isländischen Natur entfernt werden soll.“ Neben der grossangelegten Grubentätigkeit an Lambafell und Ingólfsfjall sei es nicht wünschenswert, dass ganze Tuffberge für den Export weggeschaufelt würden.
Das Umweltgutachten der Planungsbehörde zum Lítli Sandfell befindet sich ebenfalls in Arbeit.

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