Nach Verhaftung mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert Skip to content
Photo: Refugees in Iceland/Instagram.

Nach Verhaftung mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert

Ein palästinensischer Asylbewerber ist am Dienstag mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden, die er erlitten hatte, als er von der Polizei im Amt für Einwanderung festgenommen wurde, berichtet Vísir. Das Nachrichtenmagazin ist im Besitz von Fotos, die bestätigen, dass der Mann an Kopf und Körper verletzt wurde, und auch, dass er zwei Injektionen erhielt. Ein zweiter Palästinenser, der ebenfalls verhaftet wurde, ist sofort ausser Landes transportiert worden.

Die Verhaftung war zuerst von der Aktivistengruppe Refugees in Iceland berichtet worden. Die beiden Männer hatten in dem Büro in Hafnarfjörður vorgesprochen, nachdem sie telefonisch aufgefordert worden waren, ihre Impfausweise dort abzuholen. Kurz nach ihrer Ankunft im Amt wurden sie festgenommen. Mindestens ein Zeuge versichert, dass die Polizei brutale Gewalt bei der Verhaftung habe walten lassen. Refugees in Iceland bestätigte auch, dass Polizisten Videomaterial vom Mobiltelefon eines Augenzeugen vernichtet hätten.

Das Magazin Mannlíf interviewte Shoukri Abolebda, den Asylbewerber, der in die Notaufnahme der Uniklinik hatte eingeliefert werden müssen. Er zeigte Mannlíf medizinische Dokumente aus mehreren Ländern, auch aus Island, in denen bestätigt wird, dass er nach einer Kopfverletzung durch Sprengstoff im Kindesalter an epileptischen Anfällen und Aussetzern leidet. Das Amt für Einwanderung hat von der Diagnose gewusst, als die Verhaftung durchgeführt wurde, bei der er weitere Kopfverletzungen erlitt.
Der Rechtsanwalt der Polizei, Helgi Valberg Jensson, wollte Vísir gegenüber keinen Kommentar zu dem Fall oder dazu abgeben, ob einer oder beide Asylbewerber ausgeflogen worden sind. Der Fall ist inzwischen dem Supervisionsausschuss der Polizei übergeben worden. Helgi zufolge gibt es bislang keine Bestätigung dafür, dass die Polizei brutale Gewalt während der Verhaftung angewendet habe. Er bestätigte, dass die Polizisten während der Aktion Kameras am Körper trugen, und dass die Verhaftung auch von den Überwachungskameras der Behörde aufgenommen worden seien.

Am Abend zitierte Vísir eine Bekanntmachung der Polizei. Demnach sind inzwischen beide Asylbewerber zwangsweise nach Griechenland abgeschoben worden. In der Bekanntmachung heisst es, die Polizei habe das vorliegende Bildmaterial geprüft und keine unnötige oder übertriebene Gewaltanwendung festgestellt, gemessen an den Bedingungen, die vor Ort geherrscht hätten.
Die Polizei betont, dass sie nur dann zu Gewaltanwendung greife, wenn dies dringend notwendig sei. Die Entscheidung dafür liege im Ermessen des Einsatzleiters vor Ort, der die Sicherheit des Verhafteten und anderer zu gewährleisteten habe.

 

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