Mögliche Schliessung des Aluminiumwerkes in Straumsvík Skip to content
ISAL smelter
Photo: Rio Tinto .

Mögliche Schliessung des Aluminiumwerkes in Straumsvík

Einer Pressemitteilung von Mittwoch zufolge will Rio Tinto, eins der weltweit grössten Metall- und Bergbauunternehmen, “eine strategische Prüfung seines ISAL Aluminiumwerkes durchführen, um den weiteren Betrieb zu bestimmen und Möglichkeiten auszuloten, die Wettbewerbsposition zu verbessern.”
Es geht dabei um das Aluminiumwerk in Straumsvík bei Hafnarfjörður, die erste Industrieanlage, auf die man auf dem Weg vom Flughafen nach Reykjavík trifft.

Die Aluminiumproduktion durch die ISAL (Icelandic Aluminium Company) hatte im Jahr 1969 begonnen. Das Werk in Straumsvík beschäftigt etwa 500 Mitarbeiter. Rio Tinto hatte erst kürzlich den Betrieb des Werkes auf 85 Prozent heruntergefahren, weil die Produktion nicht profitabel war.

In der Pressemitteilung heisst es nun, Rio Tinto erwarte den Betrieb des Unternehmens kurz- bis mittelfristig als unprofitabel, angesichts der herausfordernden Bedingungen, denen sich die Aluminiumindustrie zu stellen hat und die auf die “wettbewerbsunfähigen Energiekosten der Schmelze und die historisch niedrigen Aluminiumpreise zurückzuführen sind.”
Rio Tinto will weiterhin Gespräche mit der isländischen Regierung führen, sowie mit dem Energieversorger Landsvirkjun, der den Strom für die energieintensive Produktion bereitstellt, und prüfen, ob die Schmelzanlage wieder mit Profit betrieben und damit auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig gemacht werden kann. In der Strategieprüfung, die in der ersten Jahreshälfte vorliegen soll, stehen alle Optionen zur Debatte – eine Verkleinerung des Werkes, sowie eine komplette Schliessung.

Der Text zitiert Rio Tinto Chef Alf Barrios: “Wir haben intensiv daran gearbeitet, das Abschneiden der ISAL zu verbessern, dennoch ist es derzeit nicht profitabel und kann wegen der hohen Energiekosten nicht bei den schwierigen Marktbedingunegn mithalten.”
Rio Tinto will eng mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, die ein Interesse an der Zukunft des Werkes hätten, darunter die Regierung, Landsvirkjun, Beschäftigte, Gewerkschaften und die Gemeinden ringsum.

Der Gewerkschaftsvorsitzende der ISAL, Reinholt Richter, sagte Vísir in einem Interview, dass die Nachricht von einer möglichen Schliessung des Werkes die Beschäftigten vollkommen überrascht habe. Die Leute müssten darüber erst mal eine Nacht schlafen.
Gerade erst war ein neuer Tarifvertrag zwischen der ISAL und dem Arbeitgeberverband (SA) aufgesetzt worden, Rio Tinto hatte den Verhandlungspartnern bislang jedoch keine Genehmigung zur Unterzeichnung erteilt.

Die Bürgermeisterin von Hafnarfjörður, Rósa Guðbjartsdóttir, äusserte sich sehr besorgt.
“{ISAL] ist einer der grössten Arbeitgeber in der Stadt. Das Werk ist seit Jahrzehnten in Betrieb und bedeutet viel für die Bürgergemeinschaft. Es ist nicht nur ein grosser und angenehmer Arbeitsplatz, sondern hat auch Synergieefekte für andere Unternehmen in der Stadt.”

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