Minigolf ist kein Sport und daher mehrwertsteuerpflichtig Skip to content
Photo: Wikimedia. Minigolf.

Minigolf ist kein Sport und daher mehrwertsteuerpflichtig

Der Betreiber einer Minigolfanlage, der sein Eintrittsgeld von der Mehrwertsteuer befreit haben wollte, weil er Minigolf als Sport betrachtet, ist von den Richtern eines Besseren belehrt worden, berichtet RÚV. Für das Finanzgericht handelt es sich beim Minigolf nämlich um eine Freizeitaktivität. Damit bestätigte es die Entscheidung des Finanzamtes, und die Mehrwertsteuer bleibt bestehen.

Sport und/oder Unterhaltung?
In anderen Ländern ist das Kugelspiel ein Sport, die Schweden etwa sind im letzten Jahr sogar Weltmeister geworden. Der isländische Anlagenbetreiber legte daher gegen die Entscheidung des Finanzamtes Berufung ein. Die wenigsten würden Sport doch wegen der Leistung betreiben, die allermeisten übten ihn zur Erholung aus. Die Behauptungen des Finanzamtes über den Unterhaltungswert von Minigolf sollten nicht zu dem Schluss führen, dass Minigolf nicht als Sport betrachtet werden kann, so der Anlagenbetreiber. Vielmehr sei Minigolf eine gute Übung für Kinder auf dem Weg zum Golfsport, ähnlich wie Golfsimulatoren, mit denen gezielt längere Schläge geübt werden.
Ausserdem sei es ja auch möglich, Minigolf zu spielen, ohne Erfrischungen oder Getränke zu kaufen. Die Einnahmen aus den Minigolfplatz sei lediglich Eintrittsgelder für Gebäude, speziell angelegte Sportplätze und für die Ausrüstung der Minigolfer.

Werbung für Speisen, Partys und Unterhaltung
Das Finanzamt konterte, Minigolfbahnen seien keine Sportanlagen in einer Sporthalle. Die Halle werde vielmehr als perfekter Ort für Freundesgruppen, Arbeitstreffen, Junggesellenabschiede und ähnliches beworben.
Der Minigolfplatz nehme ein Viertel des gesamten Geländes ein, und in der Mitte des Minigolfplatzes finde sich ein Restaurant, ausserdem lägen überall Flyer mit Werbung für Erfrischungen auf den Bahnen selbst aus. Das Finanzamt schlussfolgert, dass die Halle als Restaurant und Unterhaltungsort betrieben werde, wo der Zutritt zu den Minigolfbahnen zu Erholungszwecken verkauft werde.

Sporthalle versus Freizeithalle
Das Finanzgericht ist da einer Meinung mit dem Finanzamt und stellt klar, dass nur Eintrittsgelder für Sportanlagen, wie etwa von Sportvereinen betriebene Turnhallen, von der Mehrwertsteuer befreit sind, nicht aber für die Nutzung von Trainingseinrichtungen in Freizeithallen aller Art.

Die zur Debatte stehende Aktivität sei ganz offenbar eine mit einem Gastronomiebetrieb verbundene Freizeiteinrichtung in einem Gebäude, das nicht als Sportanlage gelten kann. Das Finanzgericht verwies im Übrigen auf ein Urteil von vor 30 Jahren, in dem der Betrieb einer Minigolfbahn mit Süßigkeitenverkauf nicht als sportliche Betätigung betrachtet worden war.

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