Medizinische Hotline geht an Rezeptionisten, 30 Krankenschwestern entlassen Skip to content
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Photo: Landspítali- Fólk.

Medizinische Hotline geht an Rezeptionisten, 30 Krankenschwestern entlassen

Alle 30 Krankenschwestern der medizinischen Einrichtung Læknavaktin sind zum Ende Juni entlassen worden, berichtet RÚV. Læknavaktin ist eine Art Notfallambulanz in der Hauptstadt, die nicht nur medizinische Versorgung nach Feierabend anbietet, sondern auch eine kostenlose 24-Stundenhotline für medizinische Notfälle im ganzen Land.

Ab dem 1. September wird dieser Telefonservice dann von Personal des Gesundheitszentrums in Reykjavík übernommen. Elva Björk Ragnarsdóttir, die Leiterin der Krankenpflegeabteilung von Læknavaktin, glaubt, dies werde einen umgekehrten Effekt auf die angebotenene Leistungen haben.

Die Krankenschwestern von Læknavaktin sind über die Hotline Nummer 1700 Tag und Nacht erreichbar. Ihre Aufgabe ist es, die Schwere einer Situation zu beurteilen und Ratschläge zu erteilen, was als nächstes zu tun ist, ob es besser ist, das örtliche Gesundheitszentrum zu kontaktieren, oder gleich in die Notaufnahme der Universitätsklinik zu gehen.
Die Entscheidung, diesen Service an die Rezeptionisten der Gesundheitszentren zu vergeben, statt weiter medizinisches Personal einzusetzen, hält Elva Björk für einen Fehler.
“Ich meine, etwa 80 bis 90 Prozent der Anrufe, die wir erhalten, können nur von jemandem mit medizinischer Ausbildung beantwortet werden,” sagt sie. “Die Telefonnummer ist inzwischen sehr bekannt, die Leute wissen, dass sie hier anrufen können, was in vieler Hinsicht eine gute Sache ist, weil wir oft unnötige Besuche in der Notaufnahme und Kindernotaufnahme hier verhindern können.”
Die grösste Auswirkung wird diese Neuerung jedoch auf die Menschen auf dem Lande haben, wo die gesundheitsliche Versorgung ausserhalb der Sprechstunden grundsätzlich nicht immer gewährleistet ist.
“Da das Gesundheitszentrum während der Sprechzeiten schon nicht voll besetzt ist, halte ich es für einen Fehler, einen 24-Stunden-Dienst zu übernehmen, für den eigentlich eine ausgebildete Krankenschwester erforderlich ist,“ meint Elva Björk.
Sie glaubt sogar, dass sich der Gesundheitservice für die Öffentlichkeit weiter verschlechtern wird, sollten die Pläne wie angekündigt umgesetzt werden.

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