Liste der Topverdiener und Steuerkönige veröffentlicht Skip to content
money

Liste der Topverdiener und Steuerkönige veröffentlicht

Das Finanzblatt Frjáls Verslun hat kürzlich seine jährliche Ausgabe zu Islands Steuerkönigen herausgegeben. Die Top-Liste wird jedes Jahr aus den öffentlich zugänglichen Informationen des Finanzamtes zusammengestellt.
Steuerkönig des Jahres ist diesmal Björn Erlingur Jónasson, der ehemalige Eigentümer von Valafell ehf., einer Reederei, die Björn mit seiner Frau Kristína Vigfúsdóttir besessen hat. Der grösste Teil der gezahlten Steuern, 689 Millionen ISK von 692 Mio ISK, stammten aus dem Verkaufserlös von Valafell an die KG Fiskverkun.

Rampenkönig ist auch Steuerkönig
Ein weiterer und besonderer Spitzenplatz geht an Haraldur Þorleifsson, ehemaliger Besitzer des Techunternehmens Ueno, welches er im Jahr 2021 an Twitter veräusserte. Haraldur zahlte 529 Mio ISK an Steuern für den Verkauf, damit war er der grösste Steuerzahler in Reykjavík. Seinen teuren Ehrenplatz hatte Haraldur jedoch bewusst gewählt, denn er hatte verhandelt, die Steuern in Island zu zahlen. Ausserdem hatte er verlangt, dass der Grossteil des Kaufpreises als Gehaltszahlung bezahlt wird, zu diesem Zweck wurde er bei Twitter Mitarbeiter. Das Wirtschaftsblatt Viðskiptablaðið berichtete im Frühjahr, dass Haraldur nach dem Verkauf von Ueno eine halbe Milliarde ISK an Einkommenssteuern und gehaltsbezogene Gebühren in Island gezahlt habe: mit dieser ungewöhnlichen Verkaufsklausel rutschte er nämlich freiwillig in eine höhere Steuerklasse, denn Löhne und Gehälter werden mit 46 Prozent besteuert, Kapitalgewinne jedoch nur mit 22 Prozent.

Haraldur ist bekennender Aktivist für einen besseren Zugang für Rollstuhlfahrer zu öffentlichen Orten und hat in ganz Reykjavík Geschäfte und Restaurants mit Rampen ausgestattet. Zur Zeit ist er mit seiner Rampenaktion auf dem Land unterwegs. In einem Interview mit Stundin hatte er angegeben, er wolle der Gesellschaft etwas für seine Ausbildung zurückgeben.

Steuerliste verbirgt Kapitalertragskönige
Obwohl er die meisten Steuern zahlt, ist Haraldur aber nicht der Mann mit dem höchsten Gehalt. Stundin hatte die Liste für ihr lückenhaftes Bild von Reichtum und Ungleichheit in Island kritisiert. Indem man den Fokus vor allem auf Gehälter lege, verberge man all die vielen, hohen Einkommen aus Kapitalerträgen und schaffe ein Geheimnis um die wirklichen Zentren des Reichtums in Island.
Da liegen etwa viele Geschäftsführer von Reedereien relativ weit hinten, weil sie im Vergleich eher bescheidene Gehälter mit nach Hause nehmen. Ihre Kapitalerträge aus Aktien und Beteiligungen belaufen sich jedoch oft auf viele hundert Millionen ISK. Weil diese Einkommen viel niedriger besteuert werden als Gehälter, gibt die Liste ein unvollständiges Bild der isländischen Gehaltslandschaft.

Zudem geht es bei den Steuererklärungen nur um individuelle Einkommen. Viele von Islands Topverdienern, darunter auch Künstler, Anwälte und Geschäftsleute, machen einen Grossteil ihrer Einkommen durch Partnerschaften, Kooperativen oder andere Geschäftsmodelle, die als separate Steuernummern registriert sind und in der Liste nicht auftauchen.

Die berühmte Jahresliste offenbart schliesslich auch eine Ungleichheit der Geschlechter bei den Topverdienern. Man muss die Liste bis auf Platz 21 heruntergehen, um eine Frau zu finden: Kristín Guðríður Jóhannsdóttir. Unter den 50 Spitzenverdienern sind nur fünf Frauen vertreten.

 

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter

Recommended Posts