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Lehrer lassen abgeschobene irakische Schülerinnen nicht hängen

Eine Gruppe von Lehrern an der Gesamtschule von Ármúli in Reykjavík hat sich zusammengetan und in Athen eine AirBnB Wohnung für die in der vergangenen Woche abgeschobene irakische Familie angemietet, berichtet Vísir. Die Lehrer hoffen, dass die beiden Mädchen aus der Familie im Frühling wieder zur Schule gehen können und suchen nun nach Lösungen, damit die beiden das Schuljahr per Fernunterricht beenden können.

Die Mutter der beiden Mädchen war mit allen fünf Kindern ausgewiesen worden. Ihr Sohn sitzt wegen einer schweren Nervenerkrankung im Rollstuhl. Der Vater war 2017 im Irak ermordet worden. In der vergangenen Woche hatte die isländische Regierung 15 Asylsuchende, darunter diese Familie, nach Griechenland abgeschoben, obwohl die meisten der Asylbewerber noch auf ihren Gerichtstermin wegen Wiederaufnahme warteten. Hussein, der Rollstuhlfahrer, muss seinen Gerichtstermin übers Internet wahrnehmen.  Die Familie hat zwar in Griechenland einen Schutzstatus, aber ihre Aufenthaltsgenehmigung dort ist abgelaufen und sie hat auch kein Recht auf einen Platz im Flüchtlingsheim.

Lehrer wollen ihre Schüler nicht auf der Strasse wissen
Agnes Valdimarsdóttir unterrichtet die Schwestern Yasameen und Zahra Hussein seit rund anderthalb Jahren. Sie sagt, es sei klar, dass es für die Mädchen in Griechenland nicht weitergehe. Nun haben sich rund 60 Lehrer der Gesamtschule zusammengetan und in Athen eine AirBnB Wohnung für die Familie angemietet, damit sie nicht auf der Strasse leben müssen.
„Wir haben die Schüler unserer Schule gern, und es ist schlimm, davon zu wissen dass sie aus ihrem Sicherheitsnetz gerissen worden sind.“ sagt Agnes. Einer ihrer Kollegen stehe in Telefonkontakt mit der Familie und habe daher von der Abschiebung erfahren. Die Polizei hatte die Mädchen an der Schule verhaftet und in Sicherheitsverwahrung genommen. Sie sind mit ihren Schultaschen nach Griechenland geflogen, es war niemandem erlaubt, zu Hause Kleidung zu holen.
„Wir fanden den Gedanken schrecklich, dass sie auf der Strasse leben, daher haben wir eine Wohnung für sie gefunden, wo sie bis zum kommenden Monat leben können. Es gab eine Sammlung an der Schule, und alle haben ein bisschen was dazugegeben,“ erzählt Agnes.
Diese Wohnung sei jedoch nur eine Notlösung. „So sehr wir sie auch unterstützen wollen, wir können die Wohnung nicht für viele Monate bezahlen.“

Fernunterricht per Telefon
Schulleiter Magnús Ingvarsson hatte vor einigen Tagen bestätigt, dass die beiden Mädchen vorbildliche Schülerinnen seien, die inzwischen richtig gut isländisch sprechen könnten.
Natürlich hoffen alle, dass die beiden Mädchen zurückkehren können. Bis dahin suchen die Lehrer nach Wegen, den beiden Fernunterricht zu ermöglichen. Erst heute gab es eine mündliche Prüfung am Telefon, man versuche alles, damit der Fernunterricht klappe, immerhin hätten die beiden auch viele soziale Kontakte an der Schule.

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