Lebensmittelpreise in Island viel höher als in der EU Skip to content

Lebensmittelpreise in Island viel höher als in der EU

Haushaltsführung ist in Island um 66 Prozent teurer als in Ländern der Europäischen Union. Mit dieser Zahl wartete der Wirtschaftswissenschaftler Gylfi Magnússon heute Morgen in seinem Vortrag bei der Konferenz von Verbraucherverbänden und EU-Preiskontrollkommission zum Thema Lebensmittelpreise auf. Fisch sei hierzulande teurer als in Ländern wie Ungarn oder Tschechien, obwohl diese Länder gar keine Küstenstaaten seien.

Gylfi weist darauf hin, dass Island aus dem Vergleich selbst mit den teuersten Ländern Europas schlecht hervorsteche.

“Die Preise lagen 17 Prozent höher als in Dänemark, welches im Jahr 2017 das teuerste Land der EU war. Und wir haben es sogar geschafft, die Norweger zu übertreffen, Norwegen ist in der Regel das teuerste Land auf dem europäischen Kontinent.” erklärt Gylfi.

Seiner Ansicht nach behindere Island die fehlende Grösse des nationalen Marktes. Viele isländische Unternehmen seien zu klein und unwirtschaftlich. Die Transportkosten könnten jedoch nicht immer dafür herhalten, dass der Preis hierzulande höher sei als andernorts.

Nach Einschätzung des statistischen Amtes der EU, Eurostat, zur Preisgestaltung verschiedener Lebensmittel in Europa ist der Preis für Fisch in Island sehr viel höher als überall sonst. Er lag im Jahr 2017 um acht Prozent höher als in der EU.”

Ganz offensichtlich stimme da etwas nicht, wenn man sich bewusst mache, dass der Fisch nicht nach Island transportiert wird, sondern von dort exportiert werde, berichtet RÚV.

Jeden Tag strömen kleine Kutter und Trawler mit dem besten Fisch in die grössten Häfen des Landes. Die Grossmärkte liegen nicht weit entfernt, allein in Grandi, 500 Meter vom Hafen entfernt, liegen drei Grossmärkte. Trotzdem kostet der Fisch hier mehr als etwa in Ungarn oder Tschechien, beides Länder, die nicht am Meer liegen. Das ist also nicht den Transportkosten oder dem Einfuhrzoll zuzurechnen, sondern etwas anderem.” erklärt Gylfi.

Auch die Preisgestaltung in Läden, die zu ausländischen Ketten gehören, ist ihm ein Dorn im Auge. Er hat Preise in Geschäten wie Lindex, Bauhaus und HM verglichen. “Ich habe grosszügig gerechnet und mir schien, dass über den Daumen gepeilt die Preise hier um etwa 20 Prozent höher lagen als im Ausland.”

Der Geschäftsführer der isländischen IKEA Filiale, Þórarinn Ævarsson, hielt auf der gleichen Konferenz ebenfalls eine Rede und kritisierte die Preisgestaltung in isländischen Restaurants, schreibt RÚV. Vor allem für Getränke und Kleinigkeiten wie Cocktailsauce oder Zwiebeln zur Pizza würden extrem hohe Beträge verlangt, ohne dass dies zu rechtfertigen sei. Selbst Bäckereien verlören mit zu hohen Preisen ihre Kunden an die Supermärkte. Der gelernte Bäcker forderte, die Preise um die Hälfte zu reduzieren, um Isländer wieder in die Restaurants und Cafés zu holen.

Anfang Dezember letzten Jahres war ein Preisvergleich für Lebensmittel in den nordischen Ländern erhoben worden. Dabei stellte sich heraus, dass Lebensmittel in Reykjavík um 67 Prozent teurer waren als in Helsinki, und um 40 Prozent teurer als in Oslo.

Isländer zahlen für Käse etwa 152 Prozent mehr als in Helsinki, beim Gemüse lag der isländische Preis gar um 560 Prozent höher. Unterm Strich waren die Ergebnisse jedoch nichts Neues und hatten sich seit 2006 kaum verändert. Island war auch damals schon das teuerste Land, jedoch lagen die Preise im Jahr 2006 um nur 3 Prozent höher als in Oslo.

Subscribe to our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

Share article

Facebook
Twitter

Recommended Posts