Landwirtschaftminister soll Hofverkauf an auswärtiges Unternehmen verhindern Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Landwirtschaftminister soll Hofverkauf an auswärtiges Unternehmen verhindern

Schafbauern im Bezirk Vestur Húnavatnssýsla haben den Landwirtschaftsminister aufgefordert, den Verkauf des Hofes Núpsdalstunga im Miðfjörður an das IT-Unternehmen Flaumur ehf. zu verhindern. Die Gemeindeleitung pocht darauf, dass Höfe zum Wohnen und Wirtschaften verkauft werden sollten.
Das Arbeits- und Innovationsministerium hatte die Gemeinde um ein Gutachten zum Verkauf von Núpsdalstunga an Flaumur ehf. gebeten. Informationen des Ministeriums zufolge besitzt das Unternehmen bereits fast 7000 Hektar Land vor dem Kauf. Dem neuen Landkaufrecht zufolge, welches im vergangenen Jahr revidiert worden war, muss die Haltung der betroffenen Gemeinde eingeholt werden, wenn der Hektarbesitz des Käufers über die zulässige Grösse hinausgeht.

Höfe sollten auch bewohnt werden
Die Gemeindeleitung des Húnaþing vestra hält es für nicht wünschenswert, dass sich viele Höfe in wenigen Händen ansammeln und betont ihre Überzeugung, dass sie zum Wohnen und Wirtschaften verkauft werden, berichtet RÚV.
“Es ist wichtig, die Nutzung von Bauernhöfen und Wohnsitzen zu sichern, denn eine solche Nutzung ist in der ganzen Gemeinde die Lebensader der sozialen Gemeinschaft. Die Gemeindeleitung legt Wert darauf, dass dem Besitz eines Hofes nicht nur das Recht folgt, die Erträge aus natürlichen Resourcen des jeweiligen Hofes für sich zu nutzen, sondern auch die Pflichten dem Hof und der Gesellschaft gegenüber. Es ist unbedingter Wille der Gemeindeleitung, dass alle Ländereien in der Gemeinde mit dem Ziel genutzt werden, ein vielschichtiges Arbeitsplatzangebot zu schaffen, die Wohngebiete zu entwickeln und die Besiedlung zu stärken. Daher ist es wichtig, dass auf sovielen Höfen wie nur möglich auch gewohnt wird.” heisst es unter anderem in einem Protokoll der Gemeindeleitung.

Minister soll intervenieren
Der regionale Schafzuchtverein wird deutlicher: er verlangt vom Minister, den Verkauf des Hofes an “Höfesammler” zu verhindern.
“Wir wollen natürlich, wie andere, die auf dem Land wohnen, dass soviele Höfe wie möglich bewohnt sind, denn es bedarf einer gewissen Einwohnerzahl, um eine Gemeinschaft am Leben zu erhalten,” sagt Vereinsvorsitzender Ólafur Benediktsson.
Die Besitzer von Núpsdalstunga sind vom Hof weggezogen, der landwirtschaftliche Betrieb liegt still. Im Facebook-Eintrag des Vereins steht zu lesen, dass eine junge Familie die Finanzierung zur Hofübernahme mit dem Ziel der Bewirtschaftung bereits vorgelegt habe, sie sei jedoch vom Immobilienmakler ignoriert worden.

Es sei wichtig, so Ólafur, dass der Hof Leute bekomme, die dort auch ihr Zuhause schaffen wollten. Man habe bereits schlechte Erfahrungen mit auswärtigen Hofaufkäufern in der Region gemacht.
“Aus Erfahrung befürchten wir vielleicht, dass dort dann nicht gewohnt wird. Wir machen uns da Sorgen, ja. Und man fragt sich in dem Zusammenhang, was eine Partei eigentlich mit fünf bis 10.000 Hektar anstellt, überall im Land. Ich verstehe das nicht.”

 

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