Lammwolle macht isländisches Garn jetzt weicher Skip to content

Lammwolle macht isländisches Garn jetzt weicher

Ein traditioneller Islandpullover ist der Traum vieler Islandfans, doch so manchem ist die die isländische Wolle viel zu kratzig. Daran soll sich nun grundlegend was ändern, ist aus den Werkshallen der Wollbranche zu hören.  Die Wollfabrik Ístex hat in Zusammenarbeit mit dem Strickwarenhersteller Varma ein Entwicklungsprojekt auf den Weg gebracht, an dessen Ende ein kuschelweiches Wollprodukt herauskommen soll, berichtet das Magazin Landinn.

Es sei ja nun bekannt, dass die Islandwolle kratze, sagt auch Varma Geschäftsführer Páll Kr. Pállsson, und vielleicht sei man da früher auch unempfindlicher gewesen, aber nun wolle man etwas daran ändern, um die isländische Wolle auf den Stand zu bringen, dass sie den Kundengeschmack treffe. Dazu wurden sämtliche Verfahren in der Wollverarbeitung auf den Prüfstand gesetzt.

Schwachstellen in der Verarbeitung finden
Die Schafswolle wird nach der Schur gesammelt und zu Ístex nach Blönduós gebracht. Die grosse Waschanlage im Norden des Landes befindet sich im Aktienbesitz der Schafbauern. Hier wird die Wolle nicht nur nach Qualität und Farbe sortiert. Für die spätere Garnqualität spielt die beinahe grösste Rolle, ob die Wolle vom erwachsenen Schaf oder vom Lamm stammt. Idealerweise schert man Lämmer im Herbst nach ihrer Rückkehr von der Sommerweide. Die Tiere sind dann etwa sechs Monate alt. Lammwolle hat einen geringeren Durchmesser und ist dadurch feiner und weicher.

Wie Páll im Film erklärt, habe man sich aufgemacht, Schwachstellen bei der Schafschur zu finden, und Probleme beim Sortieren, Zerkleinern und Waschen in der Waschanlage in Blönduós aufzudecken. Auch das Mischungsverhältnis von gröberer Schafswolle zugunsten weicherer Lammwolle ist in dem Prozess verändert worden. Schliesslich wurden auch Hilfsstoffe und die gesamte Verarbeitung unter die Lupe genommen, bevor am Ende nun ein ungewohnt weiches Garn in der Ístex-Spinnerei in Mosfellsbær entstanden ist, welches bei Varma zu Meterware und Textilien verarbeitet wird.
Die neue Lammwolle sieht nicht viel anders aus als vorher, doch Wolldesignerin Sigrún Halla Unnarsdóttir findet, das verstrickte Endergebnis sei viel weicher als vorher. Nach Pálls Einschätzung könne man ausländische Fasern immer mehr durch Islandwolle ersetzen, auch wenn sie natürlich nicht mit feinster italienischer Merinowolle zu vergleichen sei. Er hält die neue Lammwolle jedoch durchaus für wettbewerbsfähig.

Textilbranche ist gefragt
Zu Blütezeiten um das Jahr 1986 waren 2000 Menschen in der isländischen Wollindustrie tätig, und 60 Textildesigner entwarfen Mode aus der Wolle. Heute gibt es nur noch etwa 100 Beschäftigte in der Branche, und gerade mal eine Handvoll vollberuflicher Designer ist am Werk. Doch nun, so führt Páll weiter aus, habe man ein Garn und moderne Produktionsmethoden, mit denen beinahe alles möglich sei. Es liege an der Textilbranche, etwas daraus zu machen.

Die Schneiderinnen bei Varma jedenfalls zeigen sich begeistert von der neuen weichen Lammwolle, Und auch Gunni Hilmarsson, einer der beiden Schneider des Herrenausstatters Kormákur og Skjöldur, ist schon gespannt, wie sich die neue Wolle macht, wenn die Skipullover des Unternehmens demnächst in Island hergestellt werden.

Im Film kann man mitverfolgen, wie Schafswolle in Island zu Garn verarbeitet wird.

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