Längster isländischer Liebesbrief misst vier Meter Skip to content

Längster isländischer Liebesbrief misst vier Meter

Der längste Liebesbrief in isländischer Sprache wird in der Sammlung für Frauengeschichte aufbewahrt. Geschrieben wurde er von einem in Kopenhagen ansässigen Reykjavíker um das Jahr 1900, berichtet RÚV.
Damals stand ein junges und verliebtes Paar in Briefwechsel zwischen den beiden Hauptstädten. Offiziell waren die beiden kein Paar, aber die Begeisterung füreinander spricht aus jeder Zeile dieser Briefe, die in der Sammlung für Frauengeschichte in der Landesbibliothek aufbewahrt werden.

Die Briefeschreiber hiessen Guðrún Lárusdóttir und Sigurbjörn Á. Gíslason, die später in Reykjavík vermählt wurden und zusammen zehn Kinder hatten. Im Dezember des Jahres 1900 bat Guðrún den Sigurbjörn, ihr als nächstes einen langen Brief zu schicken.
Er kam der Bitte nach und sandte ihr einen Brief, den er zusammengeklebt hatte, sodass er vier Meter lang war. Sigurbjörn schrieb, der Brief sei lang genug, um sie zu umarmen, weil er das nicht selber tun könne. Der Brief ist auf dünnem Papier dicht geschrieben und in mehreren Sprachen verfasst. Ein Jahr nach Sigurbjörns Heimkehr heirateten die beiden.

Guðrún Lárusdóttir war die zweite Frau in Island, die einen Sitz im Alþingi hatte. Die Schriftstellerin war Mitbegründerin des húsmæðrafélags (Hausfrauenvereinigung) und engagierte sich für die Gleichstellung der Frauen. Ihr Mann Sigurbjörn war Priester und Journalist, politisch aktiv und Mitbegründer des Pflegeheims Grund.

Guðrún starb am 21. August 1938 bei einem Autounfall im Biskupstungur – der erste Autounfall in Island. Die Familie war damals auf dem Weg vom Geysir zum Gullfoss gewesen, das Fahrzeug kam auf dem Abhang, der zur Brücke über den Tungufljót führt, von der Strasse ab und rutschte in den reissenden Fluss. Fahrer und Ehemann konnten sich aus dem Fahrzeug retten, Guðrún und ihre beiden Töchter ertranken. Noch heute ist die Abzweigung zu der alten, schmalen Brücke vorsichtig zu nehmen.

Guðrún und Sigurbjörn hinterliessen der Nachwelt mehr als 240 Briefe, die letzten stammen aus dem Jahr 1933. Guðrún hatte auch mit ihrer Mutter in regem Briefwechsel gestanden, diese Briefe befinden sich in der Handschriftensammlung, wohingegen die Liebesbriefe erst in jüngerer Zeit aus dem Familienbesitz in die später gegründete Sammlung für Frauengeschichte zur Verwahrung gegeben wurden.

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