Lachssterben in den Westfjorden hätte verhindert werden können Skip to content
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Photo: Open-net salmon farms in the Westfjords..

Lachssterben in den Westfjorden hätte verhindert werden können

Etwa 570 Tonnen toter Lachs ist aus den offenen Meeresbehältern des Lachszuchtunternehmens Arnarlax in den Westfjorden entfernt worden, berichtet RÚV. Die Lachse waren verendet, als sinkende Meerestemperaturen die Fische gezwungen hatten, weiter nach unten in ihren Netzen zu schwimmen, In der drangvollen Enge hatten sich die Fische an den Netzen gerieben und verletzt, und waren an den Wunden verendet.

Nach Angaben der Veterinärüberwachungsbehörde MAST war dies nicht das erste derartige Vorkommnis bei Arnalax. Zu Beginn des Jahres 2018 waren Lachse in derselben Zuchtanlage im Arnarfjörður verendet, und aus dem gleichen Grund. Es dauert bis zu 4 Wochen, bis die Wunden so schwerwiegend sind, dass der Fisch daran zugrundegeht.

Das Nachrichtenmagazin Stundin hatte Anfang der Woche berichtet, dass zunächst von 100.000 Tonnen totem Fisch die Rede gewesen war. Drei Tage später waren es 570.000 Tonnen. Dies ist die höchste Zahl an totem Lachs in einem isländischen Unternehmen seit mindestens einem Jahrzehnt. Stundin schreibt auch, dass die Behörde keine unabhängige Erhebung über den Vorfall in der Fischzuchtanlage durchgeführt habe. Vielmehr seien die Zahlen vom Unternehmen Arnarlax selber gekommen.

Wie Arnarlax’ Vorstandsvorsitzender Kjartan Ólafsson angab, machen die toten Fische nur vier Prozent des Gesamtfischbestandes seines Unternehmens aus. Insgesamt schwimmen 4000 Tonnen Lachs in den Behältern. Die Todesfälle hätten seiner Aussage zufolge verhindert werden können, wenn die Fische im Dezember geschlachtet worden wären, bevor das kalte Januarwetter eintraf. Der Verlust liege jedoch nicht über der im Aquafarming üblichen Menge.
“In Norwegen gab es im letzten Jahr eine Algenblüte und die Todesrate lag bei 20 Prozent. Daher denke ich, man kan in dieser Branche mit einer Todesrate von 5 bis 20 Prozent rechnen.” sagte Kjartan RÚV gegenüber. Es müsse auch geprüft werden, wie man am besten Reserven anlege, um einen solchen Verlust ausgleichen zu können.

Zur Zeit ankern zusätzliche Schiffe im Arnarfjörður, ein Schiff von den Westmännerinseln hatten dabei geholfen, die toten Fische aus den Netzen zu holen und abzutransportieren, ein norwegisches Schiff assistiert bei der Schlachtung der Fische.
Der isländische Verband der Flussfischer hatte kritisiert, es sei schwierig sicherzustellen, dass vor allem ausländische Schiffe keine Krankheiten brächten, die den wilden Lachsbestand infizieren.
In einem Interview mit RÚV gab der Fischexperte bei MAST, Gísli Jónsson, zu, dass die Schiffe eine Schwachstelle seien wenn es darum gehe, ein krankheitsfreies Umfeld zu schaffen, obwohl sie eine Risikobegutachtung durchlaufen hätten und über Desinfektionsanlagen an Bord verfügen.

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