Küchenabfall für Gemeinschaftsschwein ist amtlich verboten Skip to content

Küchenabfall für Gemeinschaftsschwein ist amtlich verboten

Die isländische Lebensmittelüberwachungsbehörde MAST hat heute eine Mitteilung veröffentlicht, nach der es verboten ist, Tiere mit Küchenabfällen zu füttern, berichtet bbl.is. Eine solche Fütterung könne ernste Folgen nach sich ziehen, da sich hier ein Infektionsweg für Tierseuchen verberge.

Gestern hatte RÚV von einer Idee aus dem Borgarfjörður eystra berichtet, wo die Bewohner zusammen ein Gemeinschaftsschwein halten wollten, welches die Küchenabfalle der Haushalte zu fressen bekommen sollte. Damit wollten die Bewohner ihren CO2-Fussabdruck reduzieren. Das Gesetz über Tierfutter und Fütterung verbietet dies jedoch, lässt die Behörde wissen.

Nur Nerze dürfen mit Fleisch und anderen tierischen Erzeugnissen gefüttert werden.

Andere Tiere dürfen keine Küchenabfälle gefüttert bekommen, ganz gleich ob sie aus der heimischen Küche oder aus einem Restaurant stammen. Das Verbot bezieht sich auf gekochte wie rohe Küchenabfälle.

“Hintergrund für dieses Verbot ist die Tatsache, dass Fleisch und Fleischerzeugnisse ein Hauptinfektionsweg für Tierseuchen sind, wie etwa die Maul- und Klauenseuche, die klassische Schweinepest, die Afrikanische Schweinepest, die Newcastle-Krankheit und die Vogelgrippe. Das Kochen reicht nicht aus, um alle Erreger abzutöten, die sich in Küchenabfällen befinden können.” heisst es in der Mitteilung der Behörde.

Die Maul- und Klauenseuche in Grossbritannien im Jahr 2001 ist ein sehr gutes Beispiel für das Risiko, welches man eingeht, wenn man Schweinen Küchenabfälle füttert. Die Seuche konnte auf einen Schweinezuchtbetrieb zurückgeführt werden, welcher seine Tiere mit hitzebehandelten Küchenabfällen aus Restaurants gefüttert hatte. Der Ausbruch der Seuche führte dazu, dass mindestens 6,5 Millionen Tiere (Rinder, Schafe, Schweine) in der Folge gekeult werden mussten. Die Jahresproduktion für Fleischerzeugnisse sank in jenem Jahr um 20 Prozent. Der finanzielle Schaden für Landwirtschaft und Gastronomie wurde auf drei Milliarden Pfund geschätzt, auch die Tourismusbranche verzeichnete Verluste. Die Gesamtkosten wurden auch acht Milliarden Pfund geschätzt. Man muss davon ausgehen, dass die Folgen einer solchen Seuche hier in Island äusserst schwerwiegend ausfallen dürften, möglicherweise sogar irreversibel für den isländischen Viehbestand.”

Die Maul- und Klauenseuche ist in Island bislang nicht aufgetreten, doch zwei Tierseuchen hat es im Schweinebestand bereits gegeben. Zum einen war dies die klassische Schweinepest, die im Jahr 1942 auftrat, zum anderen im Jahr 1995 die Bläschenkrankheit, eine Viruserkrankung, die auch auf den Menschen übergehen kann. In beiden Seuchenfällen konnte die Ansteckung auf Küchenabfälle zurückverfolgt werden,” heisst es in der Mitteilung der Lebensmittelüberwachungsbehörde.

EU-Verträge über Import und freien Warenfluss zwingen Island zukünftig, rohe Lebensmittel wie Fleisch und Fleischerzeugnisse, sowie frische Eier und Rohmilch aus Ländern der EU zu importieren. Insellage und die daraus resultierende Sonderstellung des Viehbestands waren für den EU-Gesetzgeber kein Grund für Ausnahmeregelungen.

 

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