Jobsuche in Island für Ausländer schwieriger Skip to content
Photo: Reykjavík Sól ferðamenn.

Jobsuche in Island für Ausländer schwieriger

Ausländische Mitbürger machen die Hälfte aller derzeit Arbeitslosen in Island aus, obwohl sie nur 15-20% Anteil an der Gesamtbevölkerung haben, berichtet RÚV. Diese Überrepräsentation zeigt dass Ausländer in Island bei der Jobsuche vor zusätzlichen Hindernissen stehen, sagt die Professorin für Ökonomie an der Reykjavíker Universität, Katrín Ólafsdóttir.

Die hohe Zahl von Einwanderern, die sich beim Arbeitsamt als arbeitssuchend registriert hat, ist nicht neu, ganz ähnlich hatte es während der COVID-19 Pandemie ausgesehen. Im Jahr 2021 hatte Gundega Jaunlinina vom Arbeitnehmerverband ASÍ erklärt, es sei für arbeitslose Ausländer oft viel schwieriger, einen Arbeitsplatz zu finden als für Isländer. “Weil Leute vielleicht nicht so aktiv in ihrer Jobsuche sind und nicht genau wissen, wo sie suchen sollen, und weil Arbeitgeber ausländische Arbeitskräfte eher nicht einstellen,” hatte sie erklärt.
“Es scheint dass Isländer in einem gewissen Mass Priorität geniessen, wenn es um Jobs geht,” hat Katrín Ólafsdóttir beobachtet. “Aber warum das so ist, das weiss ich nicht. Das ist etwas, was wir näher untersuchen müssen, was da eigentlich vor sicht geht. Möglicherweise hat es mit isländischen Sprachkenntnissen zu tun, oder etwas in der Art. Aber das kann nicht der einzige Grund sein.”

Wirtschaftswachstum dank ausländischer Arbeitskräfte
Gleichzeitig gibt es einen engen Zusammenhang zwischen dem starken Wirtschaftswachstum in Island und der steigenden Zahl von Ausländern, die der Arbeit wegen auf die Insel kommen. In einem Artikel macht Katrín deutlich, dass das Wirtschaftswachstum ohne die Ankunft ausländischer Arbeitskräfte in diesem Land in den letzten Jahren nicht so kräftig ausgefallen wäre. „Wir wären nie in der Lage gewesen, den wachsenden Tourismus zu bewältigen, wenn wir nicht all die helfenden Hände gehabt hätten.“

Ähnliches ist auch bei der OECD zu finden, einer aktuellen Studie zufolge macht das Jobengagement von Einwanderer in Island sogar 85% des Wachstums aus. Gleichzeitig kritisiert die Studie, dass Island seine Anstrengungen verbessern müsse, Migranten und deren Kinder besser zu integrieren, wie etwa durch effektivere Sprachkurse, die Anerkennung von Qualifikationen, Lehrtraining und verbessertem Wohnraumangebot. In anderen Studien zum Arbeitsmarkt waren die Behörden aufgefordert worden, mehr für Arbeitsplatzsicherheit und für die psychische Gesundheit von Einwanderern zu tun.
Die OECD-Studie fand heraus, dass Einwanderung einen hohen ökonomischen Nutzen für Islands Wirtschaft bringt, ein Fakt, den Katrín ebenfalls betont. Ihrer Ansicht nach hätte Island längst nicht ein solches Wachstum verzeichnet, wenn es nicht den Zustrom von ausländischen Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt gegeben hätte.
Die Arbeitslosenquote lag im August in Island bei 3,3%, jahreszeitliche Schwankung mit eingerechnet. In Zahlen ausgedrückt, waren dies 7600 Arbeitslose im August. Die Gesamtbevölkerungszahl liegt 387,758 Einwohnern.

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