Island holt deutsche Austauschschüler aus dem Kriegsgebiet in Israel Skip to content
Photo: Deutsche Botschaft Reykjavík/FB. Frau Botschafterin Clarissa Duvigneau mit der geretteten Schülergruppe.

Island holt deutsche Austauschschüler aus dem Kriegsgebiet in Israel

Das isländische Aussenministerium hat gestern ein Flugzeug nach Israel geschickt, um 126 gestrandete Isländer aus dem Kriegsgebiet zu holen. In der Maschine sass dann auch eine Gruppe deutscher Austauschschüler, berichtet Vísir. Heute morgen ist das Flugzeug in Keflavík gelandet. “Wir sind so dankbar,” sagte die neue deutsche Botschafterin in Island, Clarissa Duvigneau, am Morgen, als sie die Schülergruppe am Flughafen in Empfang nahm. Vor allem danke man der isländischen Regierung für die schnelle und unbürokratische Hilfe.
Die mit Nordlichtern verzierte Maschine der Icelandair hatte in Rom Zwischenlandung gemacht, um die Besatzung auszuwechseln.

Austauschschüler auf Exkursion
Frau Duvigneau berichtet, dass man sie gestern kontaktiert habe, als sich herausstellte, dass in dem vom Aussenministerium geschickten Flugzeug noch einige Plätze frei waren. Nun ging es darum, ob die Gruppe von zwei Lehrern und zehn 17-jährigen Schülern aus Süddeutschland mitfliegen durften. Die Schüler der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule in Kirchheim (Kreis Esslingen) waren zu Besuch an der Partnerschule in Givatayim gewesen. Als die kriegerischen Handlungen begannen, hatte sich die Gruppe im Masada Nationalpark in der Judäischen Wüste befunden. Zunächst hatten sie gedacht, dass sich ein Gewitter zusammenbraute, doch recht schnell stellte sich heraus, dass da etwas ganz anderes passierte.
“Wir haben richtig Glück gehabt,” sagt ein Schüler auf die Frage, wie sie denn eigentlich an die Möglichkeit kamen, mit den Isländern zu fliegen. “Es gab Sirenenalarm und wir mussten in den Luftschutzbunker rennen. In dem Bunker fanden sich Leute aus der ganzen Welt ein, aber auch zwei Personen aus Island, eine Frau und ihr Ehemann, und die sassen bei uns im Bunker.”
Am nächsten Tag traf man sich wieder im Bunker und hielt Kontakt. Die Frau habe geweint, als sich herausstellte dass die isländische Regierung entschieden habe, sie per Flugzeug aus dem Land herauszuholen.
“Und dann sind sie zu unserem Tisch gekommen und sagten: hier ist eine Telefonnummer … vielleicht habt ihr die Möglichkeit, jemandem im Aussenministeriun zu erreichen. Und das hab ich gemacht.” erzählt Bernhard Siegel, einer der beiden Lehrer. “Und die konnten erst mal nichts bestätigen, man ging davon aus dass nicht genug Platz für so viele war, aber gestern Nacht um hab vier, als alle schliefen, wurde ich angerufen und jemand aus dem Aussenmnisterium bestätigte, dass wir mitfliegen können.”

“Unsere isländischen Engel”
Die Reise war lang und anstrengend, denn Tel Aviv fiel als Flughafen aus. Die Gruppe musste nach Jordanien reisen und von Amman aus ging es dann nach Island. Ausgesprochen seltsam sei es gewesen, erst in einer israelischen Familie als Austauschschüler zu sein, erzählt ein Schüler, dann Sirenenalarm zu hören, die grosse Angst der Gastfamilie mitzuerleben, dann in einem viel zu kleinen Bus nach Jordanien zu fliehen und schliesslich in Island zu landen, aber alle zeigten sich sehr erleichtert.
Schüler und Lehrer bedankten sich für die Rettung, bei der isländischen Regierung, aber auch bei dem isländischen Ehepaar, das die Aktion ins Rollen gebracht hatte. “Das sind unsere isländischen Engel,” sagte einer der Schüler.

Platz auch für Reisende von den Färöerinseln
Auch eine Reisegruppe von den Färöerinseln befand sich an Bord. Die Möglichkeit, mit den Isländern fliegen zu können, war ebenfalls Ergebnis einer zufälligen Unterhaltung zwischen einer Verwandten auf den Färöerinseln und ihrer isländischen Freundin, die von dem Flugzeug erzählte. Darauf folgten zahllose Telefonate, bis klar war, dass an Bord Platz für die Nachbarn von den kleinen Inseln war. Keine 30 Minuten nachdem der Reisebus die Grenze passiert hatte, fiel der Schlagbaum, damit hatte die Gruppe es also gerade noch rechtzeitig aus dem Land geschafft. Sie habe sich wie zuhause und unter Brüdern gefühlt und sei so dankbar, sagt eine Frau aus der Gruppe, die jetzt eine Heimreise über Dänemark vor sich hat, weil es von Island aus am Wochenende keine Direktflüge auf die Färöerinseln gibt.

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