Island hofft 75% der Bevölkerung impfen zu können Skip to content

Island hofft 75% der Bevölkerung impfen zu können

Noch liegen keine endgültigen Informationen darüber vor, wann genau in Island mit einem COVID-19 Impfstoff zu rechnen ist, dennoch hat die Regierung gestern Pläne zum Erwerb des Impfstoffes und zur Verabreichung veröffentlicht. Die Impfaktion könnte bereits im kommenden Monat beginnen. Allerdings müssen die Impfstoffe, die Island sich vertraglich gesichert hatte, noch von der Europäischen Arneimittelagentur (EMA) zugelassen werden. Islands Behörden wollen 75 Prozent der Bevölkerung impfen, wobei medizinisches Personal und ältere Menschen Vorgang haben sollen.

Mehrere Impfstoffe für die Insel
In der kommenden Woche soll ein Kaufvertrag mit der Firma Pfizer für den Erwerb von ausreichend Impfstoff für 85.000 Personen unterzeichnet werden. Der Impfstoff muss noch von der EMA genehmigt werden, man erwartet dass die Arzneimittelbehörde ihre Entscheidung bis zum 29. Dezember fällt.
Es gibt bereits einen Vertrag zwischen dem Unternehmen AstraZeneca und der Regierung über eine Lieferung, die sich auf 115.000 Impfdosen beläuft. Der Impfstoff der AstraZeneca wartet ebenfalls auf die Zulassung der EMA, die für Januar erwartet wird. Bis zum 12. Januar wird auch mit einer Entscheidung über den Impfstoff der Firma Moderna gerechnet.

Zugang zum EU-Impfstoff durch die EFTA
Island und anderen EFTA-Staaten ist der gleiche Zugang zu den Impfstoffen garantiert worden wie den EU-Mitgliedsstaaten. Die Europäische Kommission hat Verträge mit sechs Herstellern abgeschlossen, darunter AstraZeneca, Pfizer und Moderna. Die Kommision verhandelt über die Anzahl der Impfdosen von jedem Hersteller und verteilt diese dann proportional unter den Staaten. Jedes einzelne Land selbst hat ebenfalls Verträge mit den Herstellern laufen, EFTA-Staaten wie Island regeln dies über Schweden. Island hat wie erwähnt bereits Verträge mit AstraZeneca laufen, der Vertrag mit Pfizer steht kurz vor Abschluss, Verträge mit Moderna und Janssen sind in Vorbereitung.
Die ersten Impfdosen werden nach Island geliefert, sobald die Zulassung der Impfstoffe rechtskräftig ist. Zunächst wird der Impfstoff nur in begrenzter Menge erhältlich sein, Island wird nicht alles bekommen, was es erwerben will.
Die meisten Vereinbarungen legen fest, dass die nach Island importierten Impfstoffe von den jeweiligen Herstellern ins Land gebracht werden. Sie sollen die gleichen Grosshändler in Island zur Verteilung nutzen, die auch andere von ihnen hergestellten Präparate verkaufen. Spritzen und Injektionsnadeln werden mit den Impfdosen zusammen geliefert. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Chefepidemiologen ist verantwortlich für die Organisation der Impfaktion, welche in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden durchgeführt wird.

Herdenimmunität nach drei Monaten
Der Impfstoff wird in zwei Portionen appliziert, zwischen den beiden Spritzen liegen zwei bis drei Wochen. Es dauert etwa einen Monat, bis die geimpfte Person Immunität entwickelt, wobei dieser Zeitraum je nach Impfstoff unterschiedlich ausfallen kann.
Ziel der Impfung ist es, die Bevölkerung vor der COVID-19 Krankheit zu schützen und eine Herdenimmunität zu schaffen, die die Ausbreitung der Pandemie verhindert. Zur Erreichung einer Herdenimmunität muss nach Einschätzung der isländischen Gesundheitsbehörden mindestens die Hälfte der Bevölkerung geimpft werde, angestrebt werden 75 Prozent.
Die Impfung soll kostenlos sein.

Mit einem Beginn der Impfaktion wird zu Beginn des neuen Jahres gerechnet und man hofft einer Pressemitteilung zufolge, dass das Ziel der Herdenimunität innerhalb der ersten drei Monate erreicht sein wird. Chefepidemiologe Þórolfur Guðnason mahnte seine Landsleute jedoch, sich nicht zu grosse Hoffnungen zu machen, weil die Impfstoffe noch keine Zulassung haben und es eine Reihe weiterer Hindernisse auf dem Weg geben könnte.

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