Isländischer Samherji-Whistleblower erhält schwedischen Nachhaltigkeitspreis Skip to content
Photo: A screenshot from Kveikur. Jóhannes Stefánsson, whistleblower who came forward about seafood company Samherji’s alleged bribery in Namibia..

Isländischer Samherji-Whistleblower erhält schwedischen Nachhaltigkeitspreis

Jóhannes Stefánsson, ein ehemaliger Mitarbeiter des Fischereikonzerns Samherji in Namibia, und Whistleblower über einen internationalen Schmiergeldskandal, ist der WIN WIN 2021 Nachhaltigkeitspreis der Stadt Göteborg verliehen worden, berichtet RÚV. In diesem Jahr war der renommierte Preis im Kampf gegen die Korruption vergeben worden.

Im Text der Jury steht zu lesen:
“In den Jahren 2011 bis 2016 hatte Jóhannes Stefánsson eine leitende Position des isländischen Fischereikonzerns Samherji inne. Nach einiger Zeit wurde ihm klar, dass das Unternehmen in Bestechungsaktionen im Zusammenhang mit der Fischereiquote in Namibia verwickelt war. Mit tausenden von Daten in seinem Computer kündigte er aus Protest seine Stellung. Im Jahr 2019 veröffentlichte WikiLeaks die ersten Dokumente zu “The Fishrod Files”, eine Offenlegung von Aktionen, die Wirtschaft und politische Elite in den Grundfesten erschütterte. Obwohl Jóhannes belästigt, bedroht und vergiftet worden ist, demonstrierte er, dass eine einzelne Person gegen Korruption in der Unternehmenswelt kämpfen kann.”
Weiter schreibt die Jury: “Jó­hannes Stef­áns­son hat grossen Mut und Selbstlosigkeit in seinem Kampf gegen Machtmissbrauch und Korruption gezeigt.”

Direktor zeigt ehemaligen Mitarbeiter an
Jóhannes hat angegeben, dass er zu Beginn des Jahres 2017 in Südafrika Opfer eines versuchten Anschlags gewesen sei und dass sein Arbeitgeber davon gewusst habe. Um die Kosten seiner Genesung decken zu können, hatte er eine Spendensammelaktion gestartet.

Þorsteinn Már Baldvinsson, der Direktor von Samherji, hatte Jóhannes im März bei der Polizei in Reykjavík wegen falscher Anschuldigungen im Zusammenhang mit der Behauptung angezeigt, es sei ein Mordanschlag auf ihn verübt worden, weil er damit angedeutet haben könnte, dass der Direktor von Samherji in irgendeiner Weise in Verbindung zu dem versuchten Giftanschlag und Mordversuch stehen könne.

Staatsanwalt, Korruptionsaktivisten und Journalisten nominiert
Das Preisgeld beträgt um die 15 Millionen ISK, etwa eine Million schwedische Kronen, und wird im Oktober ausgezahlt. Die Stadt Göteborg verleiht diesen Preis seit dem Jahr 2000.

Weitere Nominierte für den WIN WIN Preis waren der italienische Staatsanwalt Nicola Gratteri, der 350 Personen wegen ihrer Verbindung zur Mafiaorganisation Ndrangheta in Süditalien angeklagt hatte, der nigerianische Aktivist Hamzat Lawal für die Gründung der Antikorrupionsvereine Connected Development und Follow the Money in Nigeria, die Vereinigung Integrity Watch in Afghanistan und das International Consortium of Investigative Journalists.
Unter den bisherigen Preisträgern befinden sich auch der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan und Ex-Vizepräsident Al Gore.

 

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