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Photo: Þjóðminjasafn Íslands.

Isländer wollen ihre Knochen zurück

Totenschädel von einem Friedhof auf der Insel Haffarðarey im Westen Islands sind im Harvard Peabody Museum für Archäologie und Ethnologie aufgetaucht. Die Schädel waren einst Teil einer Forschung zur Rassenhygiene und repräsentierten die nordisch-isländische Rasse. Jetzt möchten Forscher in Island und den USA diese Schädel wieder mit den dazugehörigen knöchernen Überresten vereinigen, die Gebeine befinden sich zur Zeit im Nationalmuseum in Reykjavík.

Gebeine aus dem 16. Jahrhundert
Um das Jahr 1945 herum drohte Brandung die kleine Insel Haffarðarey komplett zu zerstören, und Archäologen machten sich daran, unlängst entdeckte Gräber einer Siedlung aus dem 16. Jahrhundert freizulegen, um die Gebeine vor dem Meer zu retten. Dabei stellte sich heraus, dass allen Skeletten der Schädel fehlte.
Gesammelt worden waren die Schädel von dem Anthropologen Vilhjálmur Stefánsson, der sie als Teil seiner Forschung zur Rassenhygiene verwenden wollte, zu einer Zeit, als Island als bewahrtes Beispiel des sogenannten nordischen “goldenen Zeitalters” galt.

Der kanadische Polarforscher isländischer Herkunft interessierte sich vor allem für Zähne, denn aufgrund der fischlastigen Ernährung gab es so gut wie keine Karies auf der Insel. Allerdings waren solche Forschungen damals mit kruden rassistischen Theorien durchsetzt, wie etwa der, dass die Isländer eine Art Überbleibsel einer original germanischen Kultur gewesen sein sollen.
Vilhjálmur hatte sich seinerzeit für die wissenschaftliche Grabräuberei, die im dänischen Gesetz nicht erlaubt war, die Genehmigung eines isländischen Politikers besorgt.

Isländische Akademiker wie Gísli Pálsson setzen sich nun dafür eingesetzt, die knöchernen Überreste nach Island zu überführen.
Zur Zeit verpflichtet das US-Recht Museen dazu, die Überreste von indigenen Gruppen innerhalb der Vereinigten Staaten zurückzugeben, solche Bestimmungen existieren allerdings nicht für die Repatriierung von ausländischen Staatsbürgern.
Harpa Þórsdóttir, die Direktorin des Nationalmuseums, sagte National Geographic gegenüber: “Das Nationalmuseum begrüsst ein Gespräch über die Repatriierung der sterblichen Überreste aus Haffarðarey. Wir möchte vor allem eine Lösung, die ethisch am besten für die Sammlung ist, während natürlich auch die Bedeutung der Langzeitkonservierung beachtet werden muss.”

 

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