Infektiöse Lachsanämie im Reyðarfjörður festgestellt Skip to content
A salmon farm in Arnarfjörður, Westfjords.

Infektiöse Lachsanämie im Reyðarfjörður festgestellt

Ein Fall von ansteckender Blutarmut der Lachse (isl. blóðþorri, engl. infectious salmon anemia) ist in einem Meerwasserbecken des Unternehmens Laxa fiskeldi in Reyðarfjörður festgestellt worden, berichtet RÚV. Der influenzaähnliche, zu den Orthomyxoviridiae gehörende  ISA-Virus war bislang in Island noch nicht aufgetaucht. Geschäftsführer Jens Garðar Helgason gab ab, der Virusbefall sei auf ein Meerwasserbassin beschränkt. Man arbeite derzeit daran, die Fische aus dem Becken zu holen, danach werde man die Lage in Zusammenarbeit mit der Veterinäraufsichtsbehörde MAST prüfen. Vorerst werde die Fischzuchtanlage auf Anweisung von MAST isoliert.
Angaben zur Grösse des Schadens gibt es bislang nicht.

“Seit das ISA-Virus zum ersten Mal in Norwegen im Jahr 1984 festgestellt wurde, hat es klinische Symptome bei vielen anderen Lachsbeständen verursacht. Die nächste Diagnose wurde in Kanada gestellt (1996), dann Schottland, die Färöerinseln (2000), USA (2001), Chile (2001) und Irland. Der letzte Fall ereignete sich auf den Färöerinseln 2016/2017, wo eine klinische Infektion in einem einzigen Bassin auftauchte, der restliche Fischbestand war gesund und konnte zum menschlichen Verzehr geschlachtet werden. Der Virus ist dem Menschen ungefährlich und überträgt sich nicht durch Fischprodukte.” heisst es auf der Webseite von MAST.
Der aktuelle isländische Fall wird in der Versuchsanstalt Keldur und an der Universität in Leipzig untersucht.

In Deutschland ist die infektiöse Lachsanämie eine anzeigepflichtige Tierseuche. Betroffene Bestände werden getötet, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Eine Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Virusträgern oder durch mit deren Ausscheidungen kontaminiertes Wasser. Auch Fischläuse können die Krankheit übertragen.
Nach geltendem EU-Recht sind betroffene Fischbestände zu töten.

Angelverband will alle Lachse töten lassen
Der isländische Angelverband hat in einer Erklärung seine Besorgnis über den Krankheitsfund zum Ausdruck gebracht.
“Der Angelverband macht sich angesichts dieser Nachrichten grosse Sorgen und sieht es als wichtiger denn je an, dass die Arbeitsweise bei Schlachtung und Vernichtung der infizierten Lachse sachgerecht und unter strenger Aufsicht erfolgt. Der Verband ist auch der Ansicht, dass alle Lachse in den Bassins in Reyðarfjörður aufgrund der Infektionsgefahr geschlachtet werden sollten, und dass die Betriebsgenehmigung im Fjord solange ausgesetzt wird, bis sichergestellt werden kann, dass die Infektion erfolgreich bekämpft ist.”
Verbandsvorsitzender Jón Helgi Björnsson erklärte, man habe ein Aufkommen derartiger Krankheiten in Island lange befürchtet und schon oft darauf hingewiesen. “Wir machen uns Sorgen, dass dies ein endemisches Problem wird, und das ist es überall dort, wo diese umfangreiche Fischzucht betrieben wird.

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