Icelandair am Verhandlungstisch mit Staat, Mitarbeitern und Aktionären Skip to content

Icelandair am Verhandlungstisch mit Staat, Mitarbeitern und Aktionären

Der isländische Staat wird seine finanzielle Förderung von Flügen der Fluglinie Icelandair bis mindestens 27. Juni ausdehnen. Die Fluggesellschaft befindet sich mitten in Tarifverhandlungen mit den Flugbegleitern, die in der vergangenen Woche ein Angebot abgelehnt hatten.
Wie viele andere Fluglinien weltweit, so hatte auch die Icelandair ihre meisten Flüge bedingt durch die COVID-19 Krise abgesagt und steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Fluggesellschaft hofft auf eine Finanzspritze von 1,82 Mio EUR durch einen öffentlichen Verkauf von Aktien im Juni.

Staat garantiert minimales Flugangebot
Seit Ende März hatte der Staat ein Minimalangebot an Flügen aus und nach Island gesponsort. In der vergangenen Woche wurde diese Unterstützung für Flüge zwischen Keflavík, Boston, London und Stockholm bis zum 27. Juni ausgedehnt. In jeder Woche soll es zwei Flüge an jedes der genannten Ziele geben, möglicherweise kommen auch Kopenhagen und New York noch hinzu. Der Staat zahlt dazu maximal 300 Mio ISK (1,9 Mio EUR) für die Flüge zwischen dem 17. Mai und dem 27. Juni, die Erlöse der Fluggesellschaft werden dagegen aufgerechnet. Der Vertrag könnte möglicherweise bis September verlängert werden.

Während andere Regierungen ihre strauchelnden Airlines mit direkten Finanzspritzen aufgefangen haben, hatte Island sich aus den finanziellen Schwierigkeiten der Fluggesellschaft weitgehend herausgehalten. Verkehrsminister Sigurður Ingi Jóhannsson hatte angemerkt, es liege in der Verantwortung von Vorstand und Aktionären, sich mit den Problemen des Unternehmens zu befassen. Oppositionspolitiker und Wirtschaftsexperten hatten die Regierung für ihre geringe Unterstützung der Fluglinie kritisiert, viele halten den Flugverkehr für eine essentielle Dienstleistung.

Harte Tarifverhandlungen
Mitten in der Pandemie schlug dann noch die Tarifkeule zu, und die Fluglinie fand sich in Gehaltsverhandlungen mit Piloten, Mechaniker und und dem Kabinenpersonal wieder. Die Verhandlungen mit ersteren konnten zu einem glücklichen Abschluss geführt werden, die Flugbegleiter sitzen noch am Verhandlungstisch, nachdem sie ein Angebot abgelehnt hatten.
Ende März hatte Icelandair 240 seiner insgesamt 3400 Mann starken Belegschaft entlassen. Im April folgten in einer der grössten Massenentlassungen in der Geschichte Islands weitere 2000 Mitarbeiter.
Die verbleibenden Mitarbeiter müssen nun entweder Kurzarbeit oder Lohnkürzungen hinnehmen.

Aktionäre sollen Aktienverkauf zustimmen
Im Juni sollen nun 29 Mrd. ISK (1,82 Mio EUR) durch den öffentlichen Verkauf von Aktien am Unternehmen in die Kasse kommen. Der Vorstand der Icelandair hatte das Unterfangen als “einen wichtigen Teil der finanziellen Restrukturierung der Icelandar Group” angekündigt.
Der Aktienverkauf muss noch von den Aktionären genehmigt werden, eine entsprechende Aktionärsversammlung soll am 22. Mai stattfinden.

Island will seine Grenzen spätestens am 15. Juni für Touristen aus aller Welt wieder öffnen, jeder Einreisende muss dann entweder einen COVID-Test am Keflavíker Flughafen durchführen lassen oder ein Attest von zuhause mitbringen. Auch eine Tracking-App soll von jedem Einreisenden installiert werden.
Einzelheiten zur Verfahrensweise bei der Einreise gibt es am 25. Mai.

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