Hubschrauber der Küstenwache rückwärts in Fjord gelotst Skip to content
Photo: Screenshot RÚV.

Hubschrauber der Küstenwache rückwärts in Fjord gelotst

Am vergangenen Donnerstagabend lieferte die Hubschraubercrew der Küstenwache einen Beweis echter Flugkunst, als der Hubschrauber rückwärts in den westfirdischen Skutulfjörður einflog, weil er gegen den Sturm nicht ankam. Ein Patient hatte dringend in die Universitätsklinik nach Reykjavík gebracht werden müssen, berichtet RÚV.

Bei Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke und drei Grad war der Notruf eingegangen, der Hubschrauber brauchte daher allein zweieinhalb Stunden bis Isafjörður. Der zu transportierende Patient befand sich in Lebensgefahr, doch konnte er vom Gesundheitspersonal vor Ort am Leben gehalten werden.
Die Sicht sei gleich Null gewesen, erinnert sich Hubschrauberpilot Þórarinn Ingi Ingason von der Küstenwache. Wegen der starken Böen habe man den Hubschrauber nicht in den Fjord einfliegen können. Da sei die Idee aufgekommen, es rückwärts zu versuchen.

Mechaniker lotst aus der offenen Tür
Bei einer Flughöhe von 30 Metern hängte sich der Mechaniker halb aus der offenen Tür und rief dem Piloten Fluganweisungen zu, und so gelang es, den Hubschrauber in den schmalen Fjord zu manörieren.
“Wir konnten zwischen Lichtmasten etwas sehen. Ich hab immer nach unten geguckt und konnte die See und das Ufer erkennen,” erzählt Flugmechaniker Árni Freyr Sigurðsson. Per Funkgerät habe er dann seine Anweisungen an den Piloten gegeben, im Uhrzeigersinn und rechts oder links.
Árni trug dabei einen drei Kilogramm schweren Schutzhelm mit Nachtsichtgerät. Zusätzlich zu dem Gewicht war er in der offenen Hubschraubertür Sturmböen und Graupelschauern ausgesetzt.

Sowas hätten sie in der Form noch nicht probiert, sagt Þórarinn. “Zwanzig Minuten sind bei solchen Bedingungen eine lange Zeit, das gebe ich zu. Ich weiss gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Das ist so ein Gefühl, man macht da etwas Neues und man denkt, macht man das richtig? Ist das sicher? Es geht ja auch darum, dass man selbst heil nach Hause kommt,” meint der Pilot der isländischen Küstenwache.

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