Grösste Gewerkschaft bereitet Warnstreik vor Skip to content
Efling Chairperson Sólveig Anna Jónsdóttir
Photo: Efling Chairperson Sólveig Anna Jónsdóttir.

Grösste Gewerkschaft bereitet Warnstreik vor

Islands grösste Gewerkschaft Efling hat sich in der vergangenen Nacht auf eine “geheime elektronische Streikabstimmung” geeinigt, um zu entscheiden, ob die Gewerkschaftsmitglieder, “die dem Generalabkommen zwischen dem isländischen Arbeitgeberverband, Efling und der Keflavíker Gewerkschaft unterliegen, besonders jene Arbeitnehmer, die in Restaurants, Hotels und anverwandten Branchen beschäftigt sind”, ihre Arbeit befristet niederlegen.

Eine Erklärung dazu war auf der Webseite der Gewerkschaft veröffentlicht worden. 

Der Warnstreik, sollte er von den Gewerkschaftsmitgliedern beschlossen werden, käme als Folge der am 31. Dezember 2018 gescheiterten Tarifverhandlungen.

Weitere Spannungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverband waren aufgekommen, nachdem Finanzminister Bjarni Benediktsson am Dienstagnacht Vorschläge zu Steueränderungen auf den Tisch gelegt hatte.

Der Beitrag der Regierung zur Tarifverhandlung beinhaltete eine signifikante Veränderung des isländischen Steuersystems, wo der niedrigste Steuersatz neu auf einen Monatslohn von 325.000 ISK (2395 EUR) festgesetzt wird. Die Besteuerung würde 32,94 Prozent betragen. Das Steuerfreigehalt würde auf 159,174 ISK pro Monat festgelegt, mit einem vierprozentigen Beitrag für die Rentenkasse.

Bjarni erklärte dass die Grenze für die erste und zweite Steuerstufe bei 325.000 ISK liegen solle, um die Vorteile für Niedrigverdiener, behinderte Arbeitnehmer, sowie Rentner zu maximieren.

In der zweiten Steuerstufe würde ein Arbeitnehmer, der weniger als 927,087 ISK (6830 EUR) pro Monat verdient, mit 36,94 Prozent besteuert. Alle, die über diesem Einkommen liegen, unterlägen einem Steuersatz von 46,24 Prozent.

Die Gewerkschaftsleitung, allen voran Eflingvorsitzende Sólveig Anna Jónsdóttir, drückten ihren “Ärger und Enttäuschung” über den Vorschlag der Regierung aus, “man hatte gehofft, dass die Beteiligung der Regierung die Diskussion sozialer gestalte, aber nun ist klar … dass diese Hoffnung vergebens ist.”

Sollten sich die Gewerkschaftsmitglieder für einen Warnstreik entscheiden, würde dieser, so heisst es in Eflings Erklärung, gelten für “Reinigungsdienste, Haushalts- und Wäscheservice für Zimmer und andere Übernachtungsmöglichkeiten und angeschlossene Bereiche und Serviceleistungen, wie in Korridoren, Toiletten und Gemeinschaftsbereichen, in allen Hotels und Gästehäusern im Einflussbereich von Efling. Dazu gehören die Regionen Reykjavík, Kópavogur, Seltjarnarnes, Mosfellsbær, Kjós, Grímsnes og Grafningshreppur, Hveragerði, Ölfus (Selfoss), dazu Hafnarfjörður und Garðabær.”

Der Warnstreik wäre befristet. Er würde am 8. März um 10 Uhr morgens beginnen und am selben Tag um Mitternacht enden. Sollte vor Streikbeginn eine Tarifvereinbarung getroffen werden, wird natürlich nicht gestreikt.

Die geheime Abstimmung findet von Montag dem 25. Februar um 10 Uhr bis zum 28. Februar um 22 Uhr statt.

Auch bei der Gewerkschaft VR stehen die Zeichen auf Sturm, nachdem gestern ein Schlichtungsversuch gescheitert war. VR mobilisiert nun die Streikfonds, am Wochenende soll ein Aktionsplan erarbeitet werden.

 

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