Hausarztmangel nimmt dramatische Formen an Skip to content
Photo: Landspítali/Facebook.

Hausarztmangel nimmt dramatische Formen an

Rund 200 Hausärzte fehlen in Island, um den Personalstandard zu erfüllen. Die Vorsitzende des Ärzteverbandes sagt, der Druck auf das Gesundheitssystem sei noch nie so groß gewesen und der Ärztemangel inakzeptabel.

Bevölkerungswachstum verlangt nach mehr Ärzten
Um die 200 Hausärzte sind in Islands Gesundheitszentren tätig, benötigt würden allerdings 400. In diesen Tagen plagen Atemwegserkrankungen die Patienten und vergrössern die Belastungen für das Gesundheitssystem noch zusätzlich. In der Notaufnahme stehen die Leute Schlange, Wartezeiten von bis zu die Stunden sind keine Seltenheit. Aus der Uniklinik Landspítali hiess es, in der dortigen Ambulanz müsse bis zu acht Stunden gewartet werden.
Verbandsvorsitzende Steinunn Þórðardóttir sagte RÚV gegenüber, die Zahl der Ärzte habe nicht mit dem raschen Bevölkerungswachstum in Island und der zunehmenden Alterung Schritt gehalten. Sie hält es für nicht verwunderlich, dass Leute schlechten Service und beschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung erleben. Die Belastung sei höher als je zuvor.

Ermüdung und Abwanderung
Im vergangenen Herbst hatte der Gesundheitsminister eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die prüfen soll, woran es hakt im Gesundheitswesen. Steinunn rät, sich bei der Prüfung nicht zuviel Zeit zu lassen, ihre Kollegen seien müde, viele wären chronisch krank und mancher Arzt suche sich gar einen Job ausserhalb der Branche, was die Lage nur verschlimmere. Sie fordert, dass das Arbeitsumfeld der Beschäftigten im Gesundheitswesen verbessert werden müsse. Auch gegen die Zeitverschwendung der Ärzte müsse vorgegangen werden, damit sie besser sich ihrer eigentlichen Tätigkeit widmen können.

Nur 50% haben einen Hausarzt
In Islands Hauptstadt Reykjavík hat Daten der Krankenversicherung zufolge nur jeder Zweite einen festen Hausarzt, obwohl es Ziel der Regierung ist, dass jeder Einwohner bei einem Hausarzt registriert ist, berichtet Vísir. Vorgesehen ist dass jeder Hausarzt 1200 Patienten in seiner Kartei haben kann. Aber auch in Reykjavík fehlt es überall an Hausärzten, und eigentlich sei die Lage der Gesundheitszentren – vergleichbar mit den Hausarztpraxen – viel schlimmer als die der Universitätsklinik, sagt Margrét Ólafía Tómasdóttir, die Vorsitzende des isländischen Hausarztverbandes.
Vor der Situation sei oft und lange gewarnt worden. Ein Grund für den Mangel liege darin, dass ein Grossteil der praktizierenden Hausärzte ins Rentenalter kommt und sich zur Ruhe setzt. Man hoffe, dass sich in den kommenden fünf bis zehn Jahren eine neue Generation speziell ausgebildeter Hausärzte für den Dienst entscheidet.

 

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter

Recommended Posts