Grönländische Schneehühner in Nordisland gelandet Skip to content

Grönländische Schneehühner in Nordisland gelandet

Hunderte, wenn nicht sogar tausende grönländischer Schneehühner (isl. rjúpa) sind diesen Herbst nach Island geflogen. Die ist das Ergebnis von Untersuchungen an den Flügeln erlegter Schneehühner, berichtet mbl.is
Der Schneehuhnexperte und Biologe beim Naturkundeinstitut, Ólafur Karl Nielsen, bittet alle Schneehuhnjäger, einen der beiden Flügel erbeuteter Schneehühner zur Untersuchung einzuschicken. Dort werden die Vögel anhand der Federn altersbestimmt und auch geprüft, wie weit die grönländische Art ins Land geflogen war.

Gerade erst ist Ólafur von einer Forschungsreise in die Þingeyrarsýsla zurückgekehrt, wo er von Jägern 207 erlegte Schneehühner zum Wiegen und Vermessen zur Verfügung gestellt bekam. Augenmerk lag vor allem darauf, den körperlichen Zustand der Vögel mit dem Vorjahr zu vergleichen, weil man vermutet dass es Verbindungen zwischen dem Gesundheitszustand der Vögel im Verlauf von Herbst und Winter gibt. Ergebnisse der diesjährigen Messungen liegen noch nicht vor.

“Das waren ganz ordentliche Vögel, gross und schwer,” beurteilt Ólafur die erste Sichtung. Die im Herbst auf Schiffen gesichteten Vögel seien ganz sicher grönländischer Herkunft gewesen. Auch auf Grímsey war Ende September ein Schneehuhnschwarm gelandet. Alle diese Vögel waren schneeweiss gewesen, charakteristisch für die grönländische Art, die bereits im September ihr Gefieder wechselt, während das isländische Schneehuhn erst Ende Oktober und Anfang November weisse Federn bekommt. Auch die Federn sehen anders aus., zudem verfügen die grönländischen Schneehuhner über generell grössere Flügel als ihre isländischen Artschwestern und haben mehr Federn rund um die hellgefärbteren Klauen.

Ólafur erklärt dass das grönländische Schneehuhn ein Zugvogel innerhalb Grönlands sei und jahreszeitlich zwischen dem Nordteil und Südteil Grönlands pendle. Vermutlich hätten sich die Vögel auf ihrem Weg verirrt und seien so in Island gelandet. Der Vogelkundler Finnur Guðmundsson habe bereits in den 70ger Jahren des letzten Jahrhunderts Schneehuhnpassagiere auf Schiffen in den Westfjorden gesehen. Es scheine dass sobald einige Vögel damit anfingen, immer mehr ihnen folgten.

Regulierungsplan für Schneehühner in Arbeit
In Island dürfen die Schneehühner in diesem Jahr nur an 22 Tagen im November gejagt werden, und die Quote beträgt 20.000 Vögel.
Anders sieht das in Norwegen aus, wo die Jagd bereits am 10. September beginnt und sich bis in den Februar zieht. In Island durfte man in früheren Jahren von Mitte September bis kurz vor Weihnachten auf die Jagd ziehen, doch nun ist eine Verlagerung der Jagdsaison kein Thema mehr.
“Unseren Messungen zufolge sind die jahrezeitlich bedingten Verluste besonders hoch im Herbst, sie nehmen im Dezember dann etwas ab. Bis zum Frühjahr sind die Verluste niedrig, wenn die nächste Verlustperiode beginnt,” erklärt Ólafur. Er hält es daher für nicht sinnvoll, Schneehühner im Dezember zu jagen. In Island will man den Verlusten durch natürliche Schwankungen keine hohen Jagdverluste hinzufügen und möchte die Abschussrate daher bei maximal 10 Prozent halten.

Seit dem Jahr 2005 ist der Verkauf von Schneehuhnerzeugnissen verboten. Alljährlich wird eine Quote ausgegeben, und Jäger dürfen nur noch für den Eigenbedarf schiessen. Das hat Ólafur zufolge schon viel gebracht, doch haben Zählungen der letzten Jahre erbracht, dass die Vogelart in einigen Regionen bedrohter ist als in anderen. Eine gebietsbezogene Regulierung würde für einige Landesteile alle 10 Jahre ein völliges Abschussverbot bedeuten.
Aktuell arbeiten Naturkundeinstitut und Umweltbehörde an einem Schutz- und Regulierungsplan für das isländische Schneehuhn.

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