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Grindavík - Þorbjörn

Grindavíks Bewohner zum Thema Vulkanausbruch informiert

In der Region rund um den Berg Þorbjörn, wo die Erde in den letzten Tagen kräftig gebebt hatte, ist es ruhig geworden. Benedikt Ófeigsson, ein Geologe der Erdbebenabteilung beim Wetterdienst, sagt, die Landhebung im Raum Grindsvík gehe im gleichen Tempo vor sich wie in den vergangenen Tagen. Das Land dort hatte sich innerhalb einer Woche um drei Zentimeter angehoben, doch gibt es keine Hinweise auf unterirdische Magmabewegungen, berichtet RÚV.

Nein, wir sehen keine Hinweise darauf. Das ist nur eine Ausdehnung an genau dem selben Ort wie die ganze Zeit, und es gibt keine Veränderungen. Wir schauen da auf einen kontinuierlichen Prozess.”

Möglicherweise nicht die erste Landhebung

Auch wenn die Anhebung des Landes auf eine Magmaansammlung in der Region deutet, so heisst das nach Ausage der Geologin Þóra Björg Andrésdóttir nicht, dass es bald einen Ausbruch gibt. “Der letzte Ausbruch in dieser Region hat sich um [das Jahr] 1200 ereignet. Man sagt, dass dies alle 800 bis 1000 Jahre passiert, und wir haben die Grenze erreicht. Auf der anderen Seite wissen wir nicht, ob es solche grossen Veränderungen in Bezug auf Anhebung des Landes schon zuvor gegeben hat, weil die Messtechnologie relativ neu ist. Wir haben das bisher nicht überwacht. Es könnte durchaus sein, dass das viele Male in den letzten hundert Jahren passiert ist.”

Massnahmenkatalog für Bürger vorgestellt

Gestern Nachmittag hatte in Grindavík eine Informationsveranstaltung für die Einwohner stattgefunden, über 1000 Leute waren gekommen. Zusätzlich war die Veranstaltung live übertragen worden. Wissenschaftler und Behördenvertreter präsentierten die Entwicklungen auf verständliche Weise und stellten Evakuierungspläne für den Ernstfall vor. Jeder Einzelne wurde aufgefordert, mit seinem persönlichen Umfeld einen Plan auszuarbeiten, für den Fall, dass es zu einer Evakuierung kommt. Es sei auch die Zeit gekommen, dichter zusammenzurücken und sich umeinander zu kümmern, vor allem was Kinder und Jugendliche betrifft.

Alle Personen, die sich in der Region aufhalten, werden im Ernstfall von der Notrufhotline 112 mit einer sms kontaktiert, und sind angehalten, die Anweisungen darin zu befolgen.

Bürgermeister Fannar Jónsson äusserte sich RÚV gegenüber zufrieden mit der Veranstaltung, sie habe ihren Zweck erfüllt. “Die Redner haben ihre Sache gut gemacht, und die Bewohner stellten wohlüberlegte Fragen. Ich habe gehört, dass die Leute zufrieden waren.”

Leben in einem vulkanischen Land

Der Geophysiker Magnús Tumi Guðmundsson, einer der Redner in Grindavík, erklärte, ein Ausbruch sei nicht sehr wahrscheinlich, auch wenn sich da Magma ausserhalb der Stadt sammle. “Der Grund für diese Vorbereitungsstufe ist, dass wir es nicht darauf ankommen lassen können. Wir müssen bereit sein, wir leben in Island und das ist ein vulkanisches Land.”

Selbst wenn es zu einem Ausbruch komme, würde es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um einen explosiven Ausbruch handeln, sondern eher um langsam fliessende Lava. Damit hätten die Bewohner der Region genügend Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Die isländische Strassenmeisterei hat die Aufgabe, die grösseren Fluchtwege aus Grindavík schnee- und eisfrei zu halten, damit eine Evakuierung im Ernstfall nicht am Glatteis scheitert.

Beim Zivilschutz und dem Energieversorger HS Orka sind Überlegungen im Gange, wie man einen möglichen Lavafluss umleiten könnte, damit Bauwerke und Strassen nicht beschädigt werden.

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