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Grabstätte aus der Besiedlungszeit in Seyðisfjörður gefunden

Bei archäologischen Ausgrabungen in Seyðisfjörður ist eine Grabstätte gefunden worden. Darin befanden sich Menschenknochen und Pferdeknochen, berichtet Austurfrétt.
Die Grabstätte war in der vergangenen Woche bei Probegrabungen in dem Gebiet entdeckt worden, wo die neue Lawinenschutzanlage entstehen soll. In dieser Woche hat man sich sofort an die Freilegung der Grabstätte gemacht.

Das Grab befand sich unter einer alten Lawine etwa 100 Meter nordöstlich des mittelalterlichen Hofes Fjarðar, wo der Siedler Bjólfur gewohnt haben soll. Zuvor hatte man geglaubt, dass die Lawine aus prähistorischer Zeit stammt, doch nun sieht es danach aus dass sie um die Mitte des 12. Jahrhunderts abgegangen sein muss. Lawinenexperten werden sich die Erdschichten in der kommenden Woche genauer anschauen.

Grabungsleiterin Ragnheiður Traustadóttir gab an, unter den Lawinenschichten befänden sich viele Spuren menschlicher Präsenz aus Besiedlungszeit und dem Mittelalter. Nicht nur sei der Fund des Grabes interessant, sondern auch die Tatsache, dass sich dort eine alte Lawine befinde, die bislang kein Wissenschaftler gesehen habe.
Ausser den Pferdeknochen und ein paar Bootsnägel fanden sich keine weiteren Fundstücke in dem Grab. “Das Grab ist nicht lange nach Schliessung geöffnet und durchsucht worden. Wir sehen dass die Menschenknochen nicht alle an der richtigen Stelle liegen,” erklärt Ragnheiður.

In den ältesten Erdschichten der Lawine finden sich viele Siedlungsreste, wie Specksteinstücke und Perlen. “Wir sehen Artefakte dort auftauchen, die aus der gleichen Zeit stammen könnten wie das Grab.” Man könne nicht ausschliessen, dass noch weitere Grabstellen in der Nähe gefunden werden.
Die Archäologen gehen davon aus dass das Grab aus der Mitte des 10. Jh. stammt. Eine genauere Datierung von Grab und Knochen soll es im Herbst oder Winter geben.

Im Sommer letzten Jahres hatte man das Gebiet bereits grob erkundet und Überreste entdeckt, die darauf hinweisen, dass es in dem Gebiet eine dorfähnliche Siedlung seit dem 10. Jh gegeben haben muss. In diesem Jahr hatten sich die Archäologen sich auf das Gebiet nordwestlich des vormaligen Hofes Fjarðar konzentriert. Unter anderem war eine Hofstätte ausgegraben worden, die von der Schneelawine aus dem Berg Bjólfur im Jahr 1885 verschüttet worden war. Auch andere Baureste aus dem 17. bis 19. Jh waren freigelegt worden.
Ursprünglich wollten die Wissenschaftler Ende August mit der Grabung fertig sein, doch aufgrund der grossen Menge an Artefakten wird das Projekt nun bis Ende September ausgedehnt. Im kommenden Jahr will man dann den alten Hof Fjarðar ausgraben..
Eine Grabstätte war in Seyðisfjörður bislang nicht gefunden worden, und Ragnheiður freut sich sehr über den aussergewöhnlichen Fund.

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