Genetischer Jackpot: Schafe, die Scrapie ausrotten könnten Skip to content
Sheep at the farm
Photo: Golli. Thesheep of Kvíaholt farm.

Genetischer Jackpot: Schafe, die Scrapie ausrotten könnten

Sechs Schafe auf dem Hof Þernunes in Reyðarfjörður sind Islands Jackpot für die Ausrottung der Scrapie-Krankheit. Auf der Webseite des Landwirtschaftlichen Beratungsbüros RML steht zu lesen, die Schafe, darunter ein Schafsbock, seien Träger eines Gens, das von der Europäischen Union als Schutz gegen die Krankheit anerkannt sei. Zum ersten mal ist dieser Genotyp in Island gefunden worden, und er könnte ausschlaggebend werden im Kampf gegen die Krankheit, die die isländische Schafzucht seit mehr als einem Jahrhundert heimsucht.

Der als ARR bekannte Genotyp war trotz grosser Anstrengungen bislang in Island nicht gefunden worden. Ein anderer Genotyp mit Namen T137 war in den vergangenen Wochen in wenigstens vier Schafen gefunden worden. Forschungsarbeiten aus Italien zufolge schützt T137 ebenfalls vor Scrapie, doch ist dieser Genotyp, anders als ARR, nicht in der EU anerkannt.

Scrapie ist eine degenerative und tödliche Krankheit bei Schafen. Weil sie auch hochansteckend ist und sich jahrzehntelang in Herden hält, muss eine betroffene Herde vollständig gekeult werden, auch wenn nur ein Schaf infiziert ist. Innerhalb der EU müssen Träger des ARR-Gens nicht getötet werden, selbst wenn innerhalb der Herde Scrapie diagnostiziert wurde. Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass das Gen sowohl vor Ansteckung als auch vor Infektion schützt.
Die Forscher hatten 4200 DNA Proben von Schafen aus Island und Grönland analysiert. Die sechs Genträger aus Reyðarfjörður stammen aus Zuchten im Reykhólarsveit und in Strandir, was die Forscher hoffen lässt, dort und anderswo in Island oder Grönland noch mehr Genträger zu finden. Weitere 15.000 DNA-Proben sind daher für diesen Winter geplant.

Der ARR Genotyp könnte die Scrapie-Krankheit mit behutsamen Zuchtmassnahmen ausrotten. Allerdings wird es eine Herausforderung sein, den Genotyp so schnell wie möglich im Bestand zu verbreiten, ohne die Diversität des Islandschafes zu mindern. Die Suche nach dem schützenden Gen wird seit letztem Jahr von Wissenschaftlern der Universität Islands und Experten des Landwirtschaftlichen Beratungsbüros in Zusaammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Italien, Grossbritannien und Deutschland durchgeführt, angestossen wurde die Initiative durch die Schafzüchterin Karólína Elísabetardóttir.

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