Gebühren für alle Tunnel in Island sollen Tunnelbau querfinanzieren Skip to content
Photo: Fjarðarheiðarhgöng, Animation. Screenshot Vísir.

Gebühren für alle Tunnel in Island sollen Tunnelbau querfinanzieren

Ab dem kommenden Jahr oder 2024 soll für sämtliche Tunnel in Island eine Durchfahrtgebühr erhoben werden, berichtet Vísir. Der Minister für Infrastruktur will ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen. Mit der Gebühr sollen die Kosten für den Fjarðarheiðargöng zwischen Seyðisfjörður und der Ringstrasse sowie anderer Tunnelbauprojekte gedeckt werden.
Der Tunnel Fjarðarheiðargöng wird bei seiner Fertigstellung nicht nur der längste auf der Insel sein, sondern mit 47 Mrd ISK die veranschlagten 17,7 Mrd ISK bei weitem übersteigen.
Im Haushaltsbeschluss der Regierung war erwähnt worden, dass alles was das bereitgestellte Budget übersteige, über Tunnelgebühren querfinanziert werden solle.

Vorbild Färöerinseln
Infrastrukturminister Sigurður Ingi Jóhannsson zufolge schaue man auf die Färöerinseln, die rund um ihre zahlreichen Tunnel eine Gesellschaft gegründet hätten. Die Tunnelgebühren seien zu Beginn ziemlich hoch gewesen, aber dennoch bezahlbar, und hätten der Rückfinanzierung gedient. Danach seien die Gebühren wieder gesenkt worden. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll dem Parlament im kommenden Winter vorgelegt werden.
“Geplant ist, die Gebühren in allen Tunneln des Landes einzutreiben, um einerseits den steigenden Betrieb der Tunnel im Vergleich zur Strasse finanzieren zu können, und andererseits eine Art stetigen Geldfluss zu schaffen, um die zukünftigen Tunnelprojekte zu stemmen, und vielleicht mehr als einen Tunnel zur gleichen Zeit bohren zu können,” erklärte der Minister.
In Seyðisfjörður wohnen 669 Einwohner. Damit hätte jeder Einwohner zwischen 60 und 70 Mio ISK oder ein Dreipersonenhaushalt rund 200 Mio. ISK für die Baukosten zu zahlen.
„Ja, das sind teure Bauprojekte. Aber keine Frage, am Ende ist der Gewinn für die Gesellschaft riesig.“

Weitere Verkehrsgebühren in der Mache
Aber der Minister hält noch weitere Strassengebühren bereit, die sich etwa auf gemeinsame Arbeitswege beziehen.
„Wir wollen noch eine andere Verkehrsgebühr einführen. Wir werden keine Benzin- oder Dieselsteuer mehr erheben, sondern eine Art Nutzungsgebühr verlangen. Das führt alles auf die gleiche Änderung hin.“ Fahrtgemeinschaften könnten also auch in Island in Zukunft in noch höherem Masse genutzt werden.
Die Tunnelgebühr benötigt administrative Vorbereitung und wird daher nicht vor 2023 oder 2024 erwartet.

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