Fünf Rücktritte an einem Tag nach Missbrauchsvorwürfen Skip to content
Photo: Screenshot Eigin konur.

Fünf Rücktritte an einem Tag nach Missbrauchsvorwürfen

Mehrere einflussreiche Geschäftsmänner und eine bekannte Person aus den Medien haben gestern ihren Rücktritt von den jeweiligen Posten angekündigt oder wurden in Urlaub geschickt, nachdem Vorwürfe zu sexuellem Missbrauch lautgeworden waren, berichtet RÚV. Einer von ihnen ist der Vorstandsvorsitzende von Festi, einem der grössten Investmentunternehmen Islands, das mehrere grosse Ketten betreibt.

Vítalía Lazareva hatte in einem Interview der Podcastplattform Eigin konur beschrieben, wie sie zwei voneinander unabhängige Erlebnisse von sexuellem Missbrauch von Hand mehrerer mächtiger und in der Öffentlichkeit stehender Personen erlitten habe.
Das erste Ereignis hatte sich im Sommerhaus ihres Lebensgefährten zugetragen, wo es zu sexuellen Übergriffen im heissen Bad durch drei Freunde des Lebensgefährten gekommen sei. Vítalía beschrieb die Vorgänge als “über alle Grenzen hinaus gehend”. Über Wochen hinweg hatte es Gerüchte um die Identität der männlichen Personen gegeben, nach Veröffentlichung des Interviews waren Namen im Internet zu lesen gewesen, und gestern trat einer nach dem anderen von seinem Posten zurück.

Ari Edwald verlässt seinem Posten als Exportleiter der Ísey, eines Schwesterunternehmens der Molkerei MS. Zuvor war Ari als Direktor der 365 Media, als Geschäftsführer des Unternehmerverbandes und als Staatssekretär eines Ministers tätig gewesen.
Hreggviður Jónsson schrieb in einer Erklärung gestern, er verlasse den Vorstand von Veritas Capital und angeschlossenen Unternehmen. Er bedauere, sich aus der von Vítalía beschriebenen Situation nicht entfernt zu haben, ihre Seite der Geschichte zu hören sei schwer zu ertragen. Er nehme die Angelegenheit sehr ernst, aber er habe niemals das Gesetz gebrochen. Hreggviður ist Begründer der Veritas, die mehrere Unternehmen im Gesundheitswesen besitzt. Zuvor war er als Vorstandsvorsitzender des isländischen Handelsrates und als Direktor der Norðurljós Media tätig gewesen.
Das Investmentunternehmen Festi ist Islands viertgrösstes Unternehmen und besitzt die Ketten N1, Krónan, Elko und weitere. Es kündigte gestern an, dass Vorstandsvorsitzender Þórður Már Jóhannesson verlangte habe, von seinem Posten zurücktreten zu können. Um das Jahr 2000 hatte Þórður Már als Leiter der Straumur Investmentbank gearbeitet, dann hatte er das Investmentunternehmen Gnúpur gegründet, welches nach einer Finanzkrise Insolvenz anmelden musste. Festi-Direktor Eggert Þór Kristjánsson war für einer Stellungnahme gestern nicht erreichbar.
Die vierte Person der Missbrauchsgeschichte ist Arnar Grant, damaliger Lebensgefährte von Vítalía und einer der bekanntesten Fitnesstrainer Islands, der seinen Posten im Fitnesscenter World Class gestern verlassen hat.

Der zweite Vorfall hat sich Vítalía zufolge während eines Golfausflugs von Arnar und seinen Freunden zugetragen, wo eine weitere Person mit einem Schlüssel das Hotelzimmer der beiden betrat. Vítalía gab an, sie habe sich wie eine Prostituierte gefühlt, als ihr Lebensgefährte den Besucher einlud, sie vor seinen Augen sexuell zu missbrauchen.
Dabei geht es um den K100 Radiomoderator Logi Bergmann. Der ging gestern nur kurz auf den Vorfall in seiner Radiosendung ein. “Ich habe mich schon mal besser gefühlt, aber wir werden hier Radioprogramm machen. Ich bringe jetzt eine Sendung, und dann nehme ich ein bisschen frei, und dann sehen wir was passiert.” Weder Logi noch K100 Intendant Magnús E. Kristjánsson waren zu Stellungnahmen bereit.

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