Finanzielle Ungleichheit hat Auswirkungen auf Gesundheitssystem in Island Skip to content
Director of Health Alma Möller
Photo: Directorate of Health. Alma Möller.

Finanzielle Ungleichheit hat Auswirkungen auf Gesundheitssystem in Island

Die Leiterin des isländischen Gesundheitsamtes, Alma Möller, fordert von der Regierung, etwas gegen das finanzielle Ungleichgewicht im Land zu unternehmen, weil sich dies auf die Gesundheitsversorgung auswirke.
In einem Interview mit Heimildin hatte Alma die Ansicht vertreten, dass selbst wenn die meisten Leute glaubten, dass im Gesundheitssystem Gleichheit herrsche, die Realität doch eine andere sei. „Menschen mit finanzieller Benachteiligung sind eher von chronischen Krankheiten betroffen, die Auswirkungen auf ihre Lebensqualität haben und das Leben verkürzen,“ sagte sie.
Die Gesundheit der Armen sei eine Aufgabe, die das Gesundheitswesen alleine nicht bewältigen könne. „Die Regierung muss der Gleichheit Priorität geben, und die Gesellschaft als Ganzes muss zusammenarbeiten. Weil die Ungleichheit uns alle betrifft.“

Ererbte Armut
Das Gesundheitsamt ist eine Regierungsbehörde, die eine hohe Qualität und sichere Gesundheitsfürsorge, sowie effektive Vorsorge für die Menschen in Island sicherstellen möchte. Alma ist die erste Frau, die der Behörde vorsteht, ihre Stimme hat daher erhebliches Gewicht.
„Wir müssen dieses Problem angehen und bei den Kindern anfangen,“ fordert sie. „Nichts ist wertvoller für die Gemeinschaft als Kinder vor Armut zu schützen. Wenn Leute aus einem harten Umfeld ins Leben gehen, ist es schwer für sie, sich davon zu befreien. Wir müssen Bedingungen in der Gesellschaft schaffen, damit Menschen die Möglichkeit haben, ein gesundes Leben zu führen. Armut ist tatsächlich etwas das man erbt, ähnlich wie ein Trauma.“

Privatisierung schwächt das System
Alma ist Anästhesistin und Intensivmedizinerin und hatte im Jahr 2018 die Leitung des Gesundheitsamtes übernommen. Während der COVID-19 Pandemie hatte sie die Isländer gemeinsam mit dem damaligen Chefepidemiologen Þórólfur Guðnason und Zivilschutzchef Víðir Reynisson durch schwierige Entscheidungen und Zeiten geführt.
In dem Interview warnt sie nun gegen eine weitere Privatisierung von Gesundheitsdiensten, die die Kernkompetenz des Universitätskrankenhauses Landspítali schwächen könnten. „Entscheidungen zum Outsourcing müssen immer auf der Grundlage von Wohlergehen der Patienten und dem Gemeingut gefällt werden,“ sagte Alma.

 

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