Ex-Direktor von Matís wegen Hausschlachtung angezeigt Skip to content

Ex-Direktor von Matís wegen Hausschlachtung angezeigt

Der vormalige Direktor von Matís, Sveinn Margeirsson, ist von der nordisländischen Polizei wegen ungesetzlicher Hausschlachtung und Verkauf von Produkten aus dieser Schlachtung angezeigt worden, berichtet RÚV. Matís ist ein regierungsnahes Non-Profit Unternehmen, welches Innovation und Wertmehrung in der Landwirtschaft voranbringen soll und Forschung in Bezug auf Nahrungsmittelsicherheit und öffentliche Gesundheit betreibt.

In der Anzeige heisst es, Sveinn habe am 30. September vergangenen Jahres frisches Lammfleisch verkauft und in den Umlauf gebracht, welches ausserhalb eines regristrierten Schlachthauses geschlachtet worden war.

Am 19. November 2019 hatte die isländische Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde MAST den Verkauf und die Vermarktung von Lammfleisch auf einem Bauernmarkt der Polizei gemeldet, welches ausserhalb eines registrierten Schlachthauses und ohne tierärztliche Kontrolle geschlachtet worden sei.

Sveinn Margeirsson hatte damals kommentiert, er gehe nicht davon aus, dass ein Gesetzesbruch vorliege. Das Fleisch auf dem Markt sei vorschriftsmässig auf Keime untersucht und markiert worden, und seine Herkunft sei von Zuchtstätte bis Schlachtung nachvollziehbar gewesen.

Sveinn war im Dezember 2018 nach acht Jahren Tätigkeit wegen Vertrauensbruchs von seinem Direktorenposten bei Matís entlassen worden.

Vísir gegenüber sagt er, er habe damals mit dem nordisländischem Gesundheitsamt über den Verkauf des hausgeschlachteten Fleischs gesprochen, und die Behörde, die den Fleischverkauf überwacht, habe wohlwollend reagiert. Einige Tage später sei die Anzeige von MAST eingegangen.

Sveinn habe, so sagt er, Messungen zur Fleischqualität durchgeführt, und einiges habe darauf hingewiesen, dass die Qualität des Fleisches aus Hausschlachtung besser sei. Die Ergebnisse der Messungen seien jedoch nach seiner Entlassung nie veröffentlicht worden.

Er bezeichnet die Anzeige als eigentümlich.

Die Hausschlachtung unter mikrobieller Kontrolle ausserhalb eines registrierten Schlachthauses sei ein Experiment gewesen. “Die grosse Sache bei all dem war, dass die Bauern auf der einen Seite die Möglichkeit zur Wertmehrung bekämen und die freie Wahl zu Entscheidungen und damit auch Verantwortung für ihr eigenes Unternehmen haben sollten, welche in anderen Berufszweigen üblich ist.” erklärte Sveinn Vísir gegenüber.

Nun hat sich das Experiment dahingehend gewendet, dass das System als solches reagiert, und ich finde es speziell, dass ich als Privatperson angezeigt werde, wenn ich die legitime Aufgabe meines Arbeitgebers erfülle, diese Angelegenheit zu prüfen. Die Aufgabe von Matís ist es, Innovation und Wertmehrung in der Landwirtschaft voranzubringen. Das wurde in diesem Projekt getan.”

In Island ist der Verkauf und Vertrieb von Fleisch aus Hausschlachtung streng verboten. Alle Tiere, deren Fleisch in die Nahrungskette gehen soll, müssen in den registrierten Schlachthäuern des Landes getötet werden. Die Schlachthäuser sind Aktienunternehmen und im Besitz isländischer Landwirte.

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