Eurostat: Island ist Europameister im Anstieg der Immobilienpreise Skip to content
Photo: Dragan Maksimovic, CC 3.0.

Eurostat: Island ist Europameister im Anstieg der Immobilienpreise

Einer neuen Studie von Eurostat zufolge sind die Immobilienpreise in Island im Vergleich zu anderen europäischen Ländern extrem gestiegen. Zwischen den Jahren 2010 und dem ersten Viertel von 2021 kletterten die Immobilienpreise um etwa 140 Prozent und die Mietkosten um fast 70 Prozent.

Beim Preisanstieg sitzt Island europaweit an der Spitze
Gestern hatte Eurostat eine neue Studie zur Entwicklung von Immobilien- und Mietpreisen in der EU und den EFTA-Staaten veröffentlicht. In der Studie heisst es, dass die Immobilienpreise im Vergleich in Island am heftigsten gestiegen sind, zwischen den Jahren 2010 und 2021 mussten Einwohner um 140 Prozent mehr für ein Eigenheim bezahlen. Die Mieten sind im gleichen Zeitraum um fast 70 Prozent teurer geworden.
Dabei ist der Baukostenindex ist seit 2010 um nur 57 Prozent gestiegen, der Verbraucherpreisindex blieb im gleichen Zeitraum relativ stabil.
Das einzige europäische Land mit einer ähnlichen Entwicklung ist Estland, dort sind die Immobilienpreise um 130 Prozent gestiegen. In Schweden und Norwegen sind die Immobilienpreise um 80 Prozent gestiegen, in Dänemark um 50 Prozent. In Gesamteuropa waren die Immobilienpreise im vergangenen Jahrzehnt durchschnittlich um 35 Prozent gestiegen. Nur vier Länder meldeten einen Rückgang der Preise: Griechenland, Italien, Spanien und Zypern.

Die Mietkosten waren in Europa mit 15 Prozent eher moderat gestiegen. In einigen Ländern sind sie im Vergleich zu den Immobilienpreisen jedoch schneller gestiegen, etwa in Finnland, Irland und Litauen. Schweden, Norwegen und Dänemark meldeten mit 20 Prozent weitaus geringere Mietpreissteigerungen als Island.

Erholung des Leitzinssatzes
Am vergangenen Mittwoch hatte die isländische Zentralbank die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent angehoben. Dies war die dritte Leitzinsanhebung seit dem Mai, und möglicherweise ein Richtungswechsel, weil sich die Wachstumsprognosen deutlich verbessert haben.
Im letzten Jahr hatte der Währungsausschuss die Leitzinsen in Reaktion auf die COVID-verursachte Rezession mehrfach gesenkt, doch nun sieht der Ausschuss mit Abklingen der Rezession eine spürbare Erholung im nationalen Wirtschaftsleben. Im November 2020 hatte der Leitzins mit 0,75 Prozent ein Rekordtief erreicht. Elf Monate zuvor, im Januar 2020 hatte er noch bei 3 Prozent gelegen, im Januar 2019 gar bei 4,5 Prozent.

Die Zentralbank hatte Ende September auch strengere Standards für die Hypothekenvergabe eingeführt, weil die Immobilienpreise “Hand in Hand mit den steigenden Haushaltsschulden gehen.” Mit dieser Aktion, die eine Höchstverschuldungsratio von 35 Prozent für Kreditnehmer (40 Prozent für Erstkäufer) festsetzt, soll auf dem Immobilienmarkt für Stabilität gesorgt werden.
Der Anstieg der Leitzinsen könnte vor allem Auswirkungen auf alle die haben, die einen nicht-indexgebundenen Kreditvertrag mit variablen Zinsraten unterzeichnet haben. In einer Studie der Landsbanki aus dem Sommer hiess es, dass ein Anstieg der variablen Zinsrate von einem Prozent für einen nicht-indexgebundenen Kreditvertrag über 30 Mio ISK dazu führen kann, dass der Kreditnehmer 25.000 ISK pro Monat mehr zurückzahlen muss.

 

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