Etikettenschwindel beim Fisch im Restaurant auch in Island ein Problem Skip to content

Etikettenschwindel beim Fisch im Restaurant auch in Island ein Problem

Etikettenschwindel beim Fisch ist weltweit ein bekanntes Problem. Bei 44 unabhängigen Untersuchungen waren 36 Prozent der 9000 Sorten an Meeresfrüchten und Fisch, die in Restaurants und Fischgeschäften verkauft wurden, etwas anderes als angegeben war, berichtet RÚV. Am häufigsten kam der Etikettenschwindel in Island, Spanien und Deutschland vor.

Bereits im Jahr 2018 hatte das isländische Lebensmittelforschungsinstitut Matís für das europäische Kooperationsprojekt Food Integrity zusammen mit ausländischen Fachleuten in 180 Restaurants und 23 Ländern DNA Proben aus servierten Fisch- und Meeresfrüchtegerichten entnommen und untersucht.
Bei einem Viertel der 56 DNA Proben, die in isländischen Restaurants entnommen wurden, stellte sich heraus, dass der servierte Fisch ein anderer war als auf der Speisekarte aufgeführt. Ein Teil der Fische und Meerefrüchte war auch als isländisch gekennzeichnet, wie etwa Thunfisch, stellte sich aber als ausländische Ware heraus. In einem Fall war eine Dorschart als Seeteufel verkauft worden.

“Das hat uns grosse Sorgen bereitet, dass Fisch als isländisch verkauft wird, der gar nicht isländisch ist,” sagt Arnar Atlason, der Vorsitzende des Verbandes für Fischverarbeitung und Fischexport.
Schuld daran sei unter anderem der zunehmende Export in grossen Mengen. Etwa 50.000 Tonnen unverarbeiteter Fisch sei im letzten Jahr exportiert worden. Es sei immer besorgniserregender, weil man nicht mehr wisse, wo in der Produktionskette der Fisch lande.
“Wir Isländer als Produzenten kontrollieren nicht länger, wie der Fisch ausgezeichnet und angeboten wird, und das ist vielleicht ein Hinweis darauf, dass wir die Kontrolle über diesen Export verlieren,” meint er.

In anderen Ländern ist der Etikettenschwindel bisweilen noch extremer, die Tester fanden in Singapur Krabbenbällchen, die Schweinefleisch enthielten, aber nicht die Spur von Krabbenfleisch. In Japan wurden gefälschte Jakobsmuscheln gefunden, in Grossbritannien befand sich sogar in 70 Prozent der getesteten Fälle etwas anderes auf den Teller als der bestellte Schnapper, ein Fisch aus der Äquatorregion.
Einem Bericht des britischen Guardian zufolge gehört Island zu den vier Ländern an der Spitze des Etikettenschwindels für Fisch, den Stichproben zufolge lag in 40 bis 50 Prozent aller Fälle ein anderer Fisch auf dem Teller als auf der Speisekarte angekündigt.

 

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