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Erster Corona-Fall in Island im Krankenhaus

Das isländische Gesundheitsamt hat den ersten Corona-Fall in Island bestätigt, berichtet Vísir. Ein isländischer Mann um die 40 ist im Universitätskrankenhaus unter Quarantäne gesetzt worden, nachdem er heute Mittag positiv auf das COVID-19 (Coronavirus Erkrankung 2019) getestet worden war.

Einer Behördenmitteilung zufolge ist der Mann nicht schwer erkrankt, zeigt aber typische Symptome der COVID-19 Erkrankung: Fieber, Husten und Muskelschmerzen. Er war erst kürzlich aus Norditalien heimgekehrt. Die Universitätsklinik hat damit begonnen, die Infektionsweg zurückzuverfolgen, um herauszufinden, ob andere Personen mit dem Virus in Kontakt gekommen sind.

In Reaktion auf die Nachricht über den Corona-Fall hat die isländische Polizei in Zusammenarbeit mit dem Chefepidemiologen die Gefahrenstufe für das Land verhängt. Zuvor waren in allen nordischen Ländern Coronafälle verzeichnet worden. Alle dokumentierten Patienten hatten sich in Norditalien aufgehalten. Der isländische Patient war am 15. Februar mit seiner Familie zu einer Skireise ins italienische Andalo aufgebrochen und am 22. Februar heimgekehrt. Erkrankt war er erst nach seiner Heimkehr.

Der Epidemiologe Þórólfur Guðnason hält es daher für nicht wahrscheinlich, dass die Mitreisenden sich bei ihm angesteckt hätten. Die leitende Ärztin des Gesundheitsamtes, Alma Möller, sagte auf der Pressekonferenz heute Nachmittag, man wisse, auch wenn über die neue Krankheit noch nicht viel bekannt sei, dass etwa 80 Prozent aller Infizierten mit leichteren Symptomen davonkämen und nur 5 Prozent schwer erkrankten. Das Universitätskrankenhaus sei gut vorbereitet, unter anderem gebe es 26 Beatmungsgeräte.

Morgen wird eine weitere Gruppe Isländer aus Norditalien erwartet. Þórólfur geht davon aus, dass damit auch weitere Pesonen erkranken werden. Man habe immer gewusst, dass das Virus früher oder später nach Island kommen werde. Es sei daher wichtig, sich an die Anweisungen der Gesundheitsbehörde zu halten, wie etwa die Regeln zur Sauberkeit.

Vor allem die drohende Quarantäne wirft bei vielen Leuten Fragen um Kosten und Lohnfortzahlung auf.
Wie RÚV schreibt, können Angestellte, die wegen einer Quarantäne nicht zur Arbeit kommen können, eine Krankschreibung vom Hausarzt erhalten, damit der Lohn weitergezahlt wird. Soll ein Mitarbeiter auf Verlangen des Arbeitgeber zuhause bleiben, trägt der Arbeitgeber die Verantwortung und muss den Lohn weiterzahlen. Für Freiberufler gilt dies leider nicht, sie sind nicht automatisch abgesichert.

Die Blutprobe zur Feststellung der Viruserkrankung ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde für alle kostenfrei. Jeder, der Symptome verspürt, die auf COVID-19 zutreffen könnten, hat die Pflicht, sich beim Arzt zu melden. Damit will man verhindern, dass Leute aus Kostengründen nicht vorstellig werden.
Fiel die Blutprobe negativ aus, muss der Betroffene dennoch weiter in Quarantäne bleiben, da sich eine Erkrankung bis zu 14 Tagen nach der Ansteckung zeigen kann, selbst wenn im Blut nichts zu finden war. Gestern haben sich 20 Personen in Island in Quarantäne befunden.

Mit Quarantäne ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde nicht gemeint, dass die Leute in ihre Wohnungen eingesperrt werden. Man darf also ruhig mit dem Auto fahren und sich an Imbissfenstern bedienen lassen, man kann spazieren gehen, man sollte sich jedoch von anderen fernhalten.
Informationen zu derzeit geltenden Gefahrengebieten findet man auf der Webseite der Gesundheitsbehörde.

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