Erdbebenserie auf der Halbinsel Reykjanes verstärkt sich Skip to content
Keilir
Photo: Golli. Keilir.

Erdbebenserie auf der Halbinsel Reykjanes verstärkt sich

Die Erdbebenserie am Berg Keilir auf der Halbinsel Reykjanes, die am letzten Montag begonnen hatte, setzt sich weiter fort. Inzwischen wurden um die 2000 Beben aufgezeichnet, sechs davon hatte eine Stärke von drei oder mehr. Das in dieser Serie schwerste Beben ereignete sich gestern Mittag mit einer Stärke von 3,8 und konnte überall in der Hauptstadt verspürt werden.
Bislang gibt es kein Anzeichen von vulkanischer Akivität in dem Gebiet, doch ähnelt die seismische Unruhe nach Angaben des Zivilschutzes sehr der Aktivität am Fagradalsfjall, bevor es im März dort zum Ausbruch kam.
“Zu diesem Zeitpunkt kann man allerdings nicht ausschliessen, dass die Beben sich aufgrund von Spannungsveränderungen ereignen, und nicht aufgrund von Magmabewegung,” heisst es in einem Facebook-Beitrag des Zivischutzes.
Es gebe Messungen zufolge keine klaren Hinweise darauf, dass Magma sich einen Weg an die Oberfläche breche, es sei allerdings auch nicht ausgeschlossen, dass Magma in Bewegung geraten sei, letzeres könne man den Messdaten nicht entnehmen, wenn sich die Vorgänge in grosser Tiefe ereignen.
Das Gebiet wird engmaschig überwacht, und auch von neuen Satelitenbildern in der kommenden Woche erhofft man sich Informationen zur Sachlage.

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Ein Lavamodell von Vulkanabteilung des Wetterdienstes und Universität zeigt ein mögliches Ausbruchsszenario aus einer Spalte, die sich über eine Strecke von eineinhalb Kilometern durch das Gebiet zieht, wo die Bebenserie ihren Ursprung hat. Sollte es dort zu einem Ausbruch kommen, würde der ähnlich dem am Fagradalsfjall verlaufen.

Magma könnte zum Fagradalsfjall unterwegs sein
Der Professor für Vulkanologie und Geologie an der Universität Íslands, Þorvaldur Þórðarsson, hält es für eher wahrscheinlich dass die Bebenserie südlich des Keilir in Zusammenhang mit einem Magmafluss in eine Zuflussader steht, die den Vulkanausbruch am Fagradalsfjall versorgt, berichtet V.
“Wenn wir auf die Modelle zurückblicken, die kurz vor dem Ausbruch erstellt wurden, da hatten wir einen Gang gezeichnet, der vom Keilir nach Süden zum Fagradalsfjall reichte. Diese Beben befinden sich genau oberhalb dieses Ganges. Es deutet alles darauf hin, dass es dort eine Verbindung gibt,” mutmasst Þorvaldur.

Eine Erklärung für einen solchen Gang könnte eine Verengung in den Zuflusskanälen sein, wo die Magma nur schwer vorwärtskommt und sich einen einfacheren Weg sucht.
Es könnte aber auch sein, dass der Magmafluss sich verstärkt und die Kapazität des bisherigen Zuflusskanals übersteigt, weswegen sich das Material einen neuen Kanal suchen muss.
Auch Erdplattenbewegung sein nicht auszuschliessen, doch findet Þorvaldur dies eher unwahrscheinlich.

In den Geldingadalir hatte in den vergangenen Tagen verdächtige Ruhe geherrscht, doch gebe es, so Þorvaldur, genügend Hinweise auf Magmafluss in das Lavagebiet. “Wir sahen gestern an vielen Stellen eine Glut in der Lava, die beweist, dass dort Lava unter der Oberfläche unterwegs ist. Das hat man letzte Nacht kurz an einigen Stellen gesehen. Und wenn wir die Krater anschauen, dort entströmt unentwegt Gas, und der einzige Weg, eine solche Gasförderung beizubehalten, besteht durch den Zustrom von frischer Magma. Da ist eine ganze Menge im Gange, auch wenn es unter der Oberfläche passiert. Nicht alles dort ist, was es scheint,” erklärte der Vulkanologe.

Keilir ist kein Wandergebiet mehr
Die Wissenschaftler die sich heute getroffen hatten, um die neusten Entwicklungen zu besprechen, warnen die Öffentlichkeit davor, sich in das Gebiet um den Keilir zu begeben. Falls es dort zu einem Ausbruch komme, werde der mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnlich wie in den Geldingadalir beginnen, wo sich an mehreren Stellen die Erde geöffnet hatte. Modellen zufolge reiche am Keilir ein Lavafluss über nur zwei Wochen, um Infrastrukturen zu gefährden.

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