Entlassungen bei Reykjavíks grösstem Pflegeheim Skip to content
Photo: Reykjavík.

Entlassungen bei Reykjavíks grösstem Pflegeheim

Islands grösste Senioreneinrichtung, das Hrafnista in Reykjavík, hat zu Monatsbeginn etwa 40 Mitarbeitern gekündigt, berichtet Vísir. Für diese Kündigungen habe das Heim nach Angaben der Heimleiterin eigentlich gar keinen personellen Spielraum.

Unter den Gekündigten befinden sich Mitarbeiter in leitender Funktion, Pflegepersonal und Reinigungspersonal. Heimleiterin María Fjóla Harðardóttir sagte in einem Radiointerview, der Regelsatz, den das Finanzministerium am 8. Februar festgelegt hätte, würde die tariflich festgelegten Gehaltserhöhungen nicht decken. Mit einem geschätzten Defizit von 300 bis 400 Mio Kronen für alle Häuser in 2021 würde man nun mit voller Kraft in die roten Zahlen rutschen. Die Gebühr für die Basispflege wird anhand diesen Regelsatzes ausgerechnet, sie liegt derzeit bei 38.000 ISK pro 24 Stunden, nach Ansicht von María viel zu niedrig.
María Fjóla verlangt, dass dieser Satz berichtigt wird. Vom Gesundheitsministerium sei bislang keine Reaktion auf die Entlassungen gekommen.
Für das Heim gebe es da nur eine Lösung, um Beschäftigte und Bewohner zu schützen: die Serviceleistungen zurückzufahren und schwere Pflegefälle nicht mehr aufzunehmen. María sagt, sie könne sich gut vorstellen, dass andere Heime sich in der gleichen Lage befänden.

Das Hrafnista war im Jahr 1937 vom Sjómannadagsráð gegründet worden, einem Verein, der sich um die sozialen Belange alternder Seeleute kümmert.
Die Berechnungen des Finanzministeriums sind in der vergangenen Woche an das Gesundheitsministerium übermittelt worden. Von dort aus gehen sie an die isländische Krankenversicherung. María Fjóla hofft, dass damit Bewegung in die Kostenfrage kommt.

Im März hatten die Gemeinden Hornafjörður, Akureyri, Westmännerinseln und Fjarðarbyggð ihre Verträge mit der Krankenversicherung über den Betrieb der örtlichen Pflegeheime gekündigt, weil sie die gestiegenen Kosten nicht mehr tragen konnten. Eine Massenentlassung von Pflegepersonal war die Folge gewesen. Durch staatliche Übernahme der Einrichtungen konnte der Betrieb dann gesichert werden.

 

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